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Erster Band.
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Geographie und Statistik der Seidenkultur. Persien .

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Iu dem unbedeutenden Gebiet von Samarkand werden allein 250000 ksrgeerntet, die von etlichen hunderten kleiner Haspeleien mit einer Gesamt-produktion von 250000 Rubel verarbeitet werden. Trotz des bedeutendenUmfanges wird der transkaspische und turkestanische Seidenbau noch insehr primitiver Art betrieben. Hauptsächlich befassen sich Weiber undKinder mit demselben und zwar werden Ställe und Speicher zur Aufzuchtbestimmt, worunter freilich die erforderliche Reinlichkeit leidet und Raupen-krankheiten nicht selten den Ertrag auf ein Dritteil reduzieren. Dabei bestehteine Menge abergläubischer Gebräuche; es darf z. B. unter keinen Um-ständen ein Fremder die Würmer sehen. Die russische Regierung ist eifrigbestrebt, dem Fortschritt freie Bahn zu öffnen und errichtete 1885 eine(Taschkent ), nachträglich noch drei andere bakologische Stationen, die zurAufgabe hatten, die einheimischen Rassen, hauptsächlich Bukhara , Khiwaund Vardanzy zu verbreiten, welche Bestrebungen jedoch infolge der auf-getretenen Krankheiten missglückten. Nachträglich kultivierte man eineMischungsrasse der französischen mit der italienischen; gegenwärtig wiegtdie japanische neben der korsikanischen vor.

Persien erfreut sich in einem Teile seines Reiches der Seideukulturbesonders günstiger Verhältnisse. Früher kam der schwarze Maulbeerbaumin wildem Zustande in grosser Zahl vor, wurde aber bald durch den weissenersetzt, der, wenn nicht in Persien selbst, so doch gewiss in den Nachbar-ländern einheimisch war. Persien war eines der ersten seidenerzeugendenLänder Westasiens, da die Seidenkultur hier bereits im VII. JahrhundertEingang gefunden hatte. Die Kokonernten waren von jeher sehr be-deutend und man kann annehmen, dass sie im Laufe des XV.—XVIII.Jahrh. die Höhe von 30—40 Millionen kg erreicht haben. Später, undzwar noch vor dem Auftreten der Raupenkraukheiten, ist die Produktiongefallen; man erntete 1850 15 Milk, ein Jahrzehnt später nur 8 Milk und1865 3,5 Milk kg Kokons. Persien besass ursprünglich gesunde Rassen, welchezwar Kokons von grosser Form ergaben, nach und nach aber schwächer wurdenund der Epidemie nicht widerstehen konnten. Nach ihrem Aussterben wurdendiese Rassen durch die von Japan und Khorassan ersetzt, die jedoch nur mittel-Qiässige Produkte ergaben. Das Sinken der Seidenpreise und lokale Ur-sachen haben schliesslich das Fällen zahlreicher Maulbeerbäume veranlasst. Anv ielen Orten haben sich die Bauern statt dessen der Kultur des Mohnes be-hufs Opiumproduktion gewidmet. Die Zuchten werden in den Gebirgen nochln einer Höhe von 2000 Metern betrieben und findet man hierselbst ganzeWälder Maulbeerbäume. In den Ebeuen der Centralprovinzen wird derSeidenbau nur an vereinzelten Punkten, die Maulbeerbaum-Oasen inmitten^ er Sandwüste darstellen, gepflegt, so in der Stadt Jezd und den um-gebenden Dörfern.

Die Seidenzucht wird im wesentlichen in den gebirgigen GegendenGhilans und Khorassans und au den Ufern des Urmiahsees betrieben. Persien besitzt die für den Seidenhandel mit Russland wichtigen Häfen, Recht und