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Erster Band.
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254 Geographie uiul Statistik der Seidenkultur. Britisch-Indien.

dauer vom Auskriechen bis zum Eiuspinnen beträgt 2022 Tage im Som-mer und 4550 im Winter, doch kann sie nach Alipere 1 ) auf 16 bezw.35 Tage reduziert werden, welcher Umstand hauptsächlich für diejenigenDistrikte, wo die Fleckkrankheit noch stark hervortritt, von Wichtigkeit ist,da diese Zeitdauer zu kurz ist, um ein irgendwie namhaftes Umsichgreifen derSeuche zu ermöglichen. Die Kasteneinteilung der indischen Bevölkerung istdas Haupthindernis für die erfolgreiche Einführung der einerntigen Rasse,weil sie dem Seidenzüchter nur vorübergehende Beschäftigung gestattet.Nach genauen Berechnungen ergiebt ein Acre Maulbeerplantage sechs Maunds(1 Maund = 33,5 kg) frischer Kokons jährlich, was eine Totalernte von1704000 Maunds oder 57000000 kg Kokons ausniachen sollte; thatsächlichergiebt derselbe aber nur den fünften Teil davon. Die Ausbeute beträgt 30 kgKokons per Unze Raupeneier, 100 kg frischer Kokons liefern 37,50 trocknerund 100 kg der letzteren 15 kg Rohseide, ein sehr ungünstiges Verhältnis.Aus dem Gesagten erhellt zur Genüge, dass, bei den gegenwärtigen niedrigenPreisen der Rohseide, die indische Seidenkultur so lauge kein lukrativerErwerbszweig werden wird, als es nicht gelingt, die Rasse und deren Er-zeugnisse in qualitativer Hinsicht bedeutend zu verbessern. Man befasst sichübrigens jetzt damit, die Strauch Varietät, M. indica , durch die grosse M. ser-rata zu ersetzen, im allgemeinen auch andere öfters vorkommende Nähr-pflanzen heranzuziehen, beispielsweise die M. aurantiaca, Boehmeria Nivea(Rhea), Ficus religiosa und andere, um die Kultur wohlfeiler und allge-meiner zu gestalten.

Die wichtigsten Distrikte der regelmässig betriebenen Seidenzucht be-finden sich gegenwärtig in Rajshahi , Moorshidabad, Midnapoore, Maldah,Bardwan, Birbhum, Bogra, Schissore und in Assam in der Umgegendvon Goalpara. Wie bereits oben erwähnt, besitzt Indien (Bengal) keine ur-sprünglich einheimische Rasse; die jetzt gezüchtete wurde aus den nörd-lichen Gegenden Hindustans, wahrscheinlich über Bactria und Kaschmir 2 )ioder aus China importiert. Dagegen besitzt Indien zahlreiche Abarten dergewöhnlichen Maulbeerraupe, die weiter unten aufgeführt werden sollen. Dieregelmässig gezüchteten Rassen Bengals sind meist mehrerntig, nur selten ein-erntig; die ersteren können durch geeignete Aufzucht bis auf 68 Erntenjährlich gebracht werden, doch werden üblicherweise nur 34 gesammelt-Das beste Produkt scheinen die Ernten im Oktober, November und Februarzu liefern, dann die Märzernte und schliesslich die minderwertigste Qualitätdie Juli- und Augusterute (indische Regenzeit).

In Bengal, China , Aunam, sowie in einigen anderen Distrikten Indiens sind mehrere im Freien lebende Bombyxarten heimisch, die ebenfalls vomMaulbeerbaum fressen und ihrer Lebensweise und entomologischen Anzeichen

*) The text. Manufacturer, 1894, p. 518.a ) Hutton, Notes on the Indian silkworins. S. 11.