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Bevölkerung ist weniger dicht und mit Abgaben belastet. Mau züchtethier mehrerntige Rassen, sammelt jedoch nur eine oder zwei, selten dreiKokonernten. Die Seide ist zumeist gelb. In Kambodscha ist der Bodenfruchtbarer als in Annam und die Maulbeerplantagen häufiger, man erntethier jedoch viel weniger. Die Kokons sind die kleinsten, die man in Indisch-China erntet (25 mm Länge), von gelber Farbe. Die Zuchten haben ihrenSitz in den Ebenen nördlich von Penam-pengh; auf der Insel Ksacli-Kondalgewinnt man gute Seide und verarbeitet sie in Battambong und Angkor,wo die sehr gesuchten Langutis, eine Art Schürzen, fabriziert werden.
In Siam ist die Seidenzucht von wenig Belang. In der Mitte desXVIII. Jabrh. waren hier grosse Fortschritte zu verzeichnen, die seit demunglücklichen Krieg gegen die Birmanen aufgehört haben. Die gezüchtetenRassen sind durchgehende gelb und mehrerntig; die Aufzucht dauert 30Tage. Der Kokon wird in einem Tage fertiggesponnen; nach 9—10 Tagenkriecht der Schmetterling aus und bereits 9 Tage nach dem Eierlegenkommt die neue Raupengeneration an das Tageslicht. Da die Kokonssofort aufgearbeitet werden, so kennt mau das Dörren nicht.
Das warme und feuchte Klima des französischen Nieder-Kotschiuchiuasmacht die Seideukultur besonders leicht und mühelos. Zahlreiche Maul-beerplantagen gewähren fünf und sechs Blätterernten im Jahr. Manzüchtet eine kleine, gelbe, mehrerntige Rasse, die mau für die Dessi-Poluvon Bengal hält. Die Kokonliiille ist sehr zart. Im Kreise ChandraKotschinchinas züchtet mau drei Varietäten des einheimischen B. mori: tam-se, baü-dieü und baü-hi, wovon die erstere blassgelbe, die anderen dunkel-gelbe Kokons erzeugen. Alle sind mehrerntig, können bis sechs Generationenjährlich erleben, werden jedoch nur dreimal gebrütet. Das Backen erfolgtmittels kochenden Wassers, das Haspel verfahren ist sehr primitiv. Ko-kons, Abfälle und Gewebe werden nach Chalon, Singapore und China ex-portiert; der grösste Teil wird jedoch im Laude seihst verbraucht. DerSeidenbau Kotschinchinas wird gewöhnlich unterschätzt; unter richtiger Fiir-sorge würde derselbe durchaus zu einem umfangreichen und gewinnbringendenbewerbe erblühen. Im Kreise Long-Xuyen giebt es zwei Rassen: täm-xiem (gelber Wurm) und täm-nüa oder bau-bi, deren dreierntige Kokonskei blasser Farbe von minderer Qualität sind. Die Eingeborenen versuchenVl elfach eine Kreuzung der beiden Rassen miteinander, jedoch ohne be-sonderen Erfolg. Da die Weberei Long-Xuyens in ziemlich bedeutendemUmfange betrieben wird, so findet keine Ausfuhr der Rohstoffe statt, über-dies werden noch Kokons und Rohseide aus benachbarten Kreisen undaus China eingeführt.
Im englischen Birma ist die Seidenzucht ziemlich verbreitet und hat, u ’ e Sitze in Pegu, Assam , Arracan und Teuasserim; ihre Erzeugnissesind jedoch von minderwertiger Qualität. Im unabhängigen Birma ister Seidenbau wenig entwickelt. Man züchtet mehrerntige Würmer aneu Ufern des Irawaddi. Dagegen ist die Seidenweberei in blühendem Zu-
Silbermann, Die Seide. 17