Geographie und Statistik der Seidenkultur. Ver. St. Amerika.
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berechtigte sie zu schönen Hoffnungen *), doch kam es hier nie zu einernennenswerten Produktion. Politische und sociale Verhältnisse drängtenbald darauf das Interesse für die Seidenkultur in den Hintergrund 2 ). Erstseit den zwanziger Jahren machte sich eine neue Bewegung auf rein spe-kulativem Boden geltend, die jedoch wieder weniger die Rohseidenproduk-tion, als vielmehr den Maulbeerbaum zu ihrem Objekt erwählt hat. Im Jahre1820 wurde in Mansfield 8 ), dann 1826 in Baltimore von Smith die viel-stengliche Maulbeervarietät, Morus multicaulis, mit vielem Erfolg ange-wendet. Die Vorzüge der neuen Nährpflanze wurden nun überschwenglichgepriesen, die Regierung setzte Prämien aus, man schrieb unzählige Bücherund Anleitungen zum Seidenbau, veranstaltete Kongresse und Vorträge undschien der ernsten Absicht zu sein, Amerika mit einem Schlage von denseidenerzeugenden Ländern unabhängig zu machen. Und so kann es nichtverwundern, wenn im Zeitraum von 1830—40 über vierzig Aktiengesell-schaften zum Betrieb der Seidenkultur gegründet worden sind; aber stattder rationellen Aufzucht blieb es lediglich bei Anpflanzung und Handelmit Multicaulisbäumen, während die Zucht der Seidenraupe gar nichtin Betracht kam. Die Bäume erzielten fabelhafte Preise, es gab Pflan-zungen mit ‘/s—1 Million Bäumen, alles stürzte sich in die Multicaulis-spekulation, und als 1839 die Krisis hereinbrach, gingen viele Kapitalien ver-loren, während das Resultat nur winzige Mengen Seide bedeutete. Mit Hoff-nung auf schliesslichen Erfolg blieben die Kulturanlagen weiter bestehen, unddie Ernte stieg 1842 auf ca. 150000 kg Kokons; erst als 1844 ein starkerMeltau die Bäume vernichtete, wurden weitere Versuche auf längere Zeithinaus unterlassen. Die Vereinigten Staaten produzierten 4 ):
1850 4923 kg trockn. Kokons | 1870 1788 kg trockn. Kokons
1860 5423 „ „ „ | 1880 2500 „
Im Jahre 1889 belief sich die Ernte auf 18745 engl. Pfund frischerKokons gegen 11739 im Jahre 1888. Trotz der früheren Misserfolgescheint man die Hoffnung, die Seidenkultur namentlich in den südlichenStaaten dauernd einzuführen, nicht ganz aufgegeben zu haben, vielmehr istman neuerdings bestrebt, durch Anlegen mehrerer bakologisclier Stationenfür ihre zukünftige Entwickelung eine geeignete Grundlage vorzubereiten;dass diese Bemühungen von Erfolg gekrönt werden können, ist keineswegsausgeschlossen, denn die ganze Zone von Florida bis Kalifornien ist zufolge^res billigen und fruchtbaren Bodens den Maulbeerplantagen, und durch ihrgemässigtes Klima der Seidenzucht besonders förderlich; nur die Arbeits-