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deu in der geschichtlichen Skizze erwähnten Schilderungen von Aristoteles ,kann der Verbrauch wilder Seiden im klassischen Altertume mit voller Sicher-heit auch den Angaben von Plinius nach angenommen werden 1 ). Er unter-scheidet zwei Arten der „Bombykia“: eine assyrische, von welcher aber nichtsicher festgestellt ist, ob sie nicht einer Abart der Maulbeerseide angehörte,und die der Insel Kos , wo aus den Kokons der Lasiocampa Otus (Drury) nachAu.skriechen der Schmetterlinge seidene Gewänder angefertigt wurden, schonbevor man noch eine Ahnung von einer regelmässigen Seidenzucht hatte. Aberauch zur Zeit der Einführung chinesischer Seiden nach Europa , erfreutensich die Bombykiagewebe, besonders bei den Frauen Roms, stets einesgrossen Ansehens; die Bombykien, bemerkt Ferrarius 2 * ), waren mehr be-gehrt und verbreitet, als die echten Seidengewebe. Sie waren von bewun-dernswerter Feinheit, beinahe durchsichtig, was bei den sittenstrengen Kri-tikern jener Zeit nicht wenig Anstoss erregte 8 ). Dass die Bombykiaseidestreng von der echten unterschieden wurde, beweist ein Satz Muratoris(gegen das Jahr 209) in Antiquitates Italicae: „vestimentorum sunt omnialanea lineaque vel serica, vel bombycina“. Auch in China und Japan haben die wilden Seiden neben der echten schon seit dem Altertum ihren Platzzu behaupten gewusst. In dem Werke „Tschu-king“ erwähnt Konfuzius ,dass bereits im XXII. Jahrh. v. Chr. die Kokons auf der Eiche gesammeltwurden; es handelt sich hier wahrscheinlich um deu chinesischen Eichen-spinner, Anth. pemyi. Im Jahre 39 v. Chr. erreichte die Ernte wilderKokons Uber 600000 kg 4 ).
Als die ersten indischen Stoffe aus wilder Seide von bräunlicher Farbein Europa auftauchten, wurde man auf diese Seideugattung aufmerksamund, ohne weiter deren Ursprung nachzuforschen, bezeichnete man sie als,,raw-silk“, rohe Seide, obwohl mau genau wusste, dass dieselbe nicht ineine Kategorie mit der Rohseide des Maulbeerspinners zu stellen war. Eswaren zuerst Boitard, Gobin und Loiseleur-Deslongchamps, dieauf die Möglichkeit hinwiesen, dass Seide auch von anderen Insekten ge-wonnen werden könne 5 * ); es lag indessen in Europa damals keine Veranlas-sung vor, der Sache näher zu treten. Erst als gegen Ende der fünfzigerJahre die Raupenkrankheiten auftraten, fing man an, sich mit dem Studiumder wilden Seidenwürmer eifriger zu befassen, in der Hoffnung, einen Ersatzfür die echte Maulbeerraupe zu finden. Wenn auch die Erwartungen derer, dieeuropäische Wälder mit den Eichenspinnern Asiens bevölkern und die echteSeide durch die wilde ersetzen wollten, sich nicht erfüllt haben, so hatdoch das Studium dieser Gruppe von Seidenspinnern zu dem unerwarteten