Antheraea mylitta.
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nennung der Erntezeit unterschieden; so sind z. B. iu der Gegend Jabal-poore die Kokons der Oktoberernte „katkahai“, in anderen Distrikten die„shadra“ (August- und Septemberernte) die geschätztesten; in Chota Nagporewerden die Augustkokons „dabba“ genannt. Unter den anderen im indi-schen Kokonhandel üblichen Namen sind zu bemerken: „aghan“ (November-und Dezemberernte), „sheyt“ (Mai-Juniernte), „muga“ (Juniernte) n. s. w.
Die Eingeborenen unterscheiden folgende bestimmte Rassen des Tussers:
1. Dabah, spinnt Kokons von ungewöhnlicher Grösse (50 mm Länge)und dunkelgrauer, fast schwärzlicher Farbe; sie liefert 1 / 8 derGesamternte. Die sehr starke, nicht besonders seidenreiche Faserist leicht abhaspelbar. Der Kokon giebt unter dem Drucke,den man auf seine Seitenteile mit dem Finger ausübt, nach.
2. Monga. Hellgrau, kleiner als der vorige (38 mm), aber seiden-reicher, daher auch mehr geschätzt; widersteht dem Fingerdruck.Liefert 2 / 8 der Gesamternte.
3. Bogai. Der kleinste Kokon, hellgrau oder weisslich, sehr seiden-reich, obwohl billiger wie Monga; die feine, leicht haspelbareFaser ist ebenso hart wie Monga; ergiebt 8 / 8 der Ernte.
4. Laria, Laringa. Es sind dies keine einheitlichen Rassen, sondern einGemisch aller möglichen; die dominierende Färbung ist grau; dieAnhängsel sind dünn, die Kokons selbst weich und seidenarni.Die Art stammt wahrscheinlich von den kranken Raupen allerRassen her und macht % der Ernte aus.
5. Dschyri. Eine ziemlich seltene Rasse, erzeugt helle Kokonsmit dünnem, kurzem Anhängsel. Das Abhaspeln ist mit einigenSchwierigkeiten verbunden; ’/s der Ernte.
Die Indier selbst unterscheiden mit Leichtigkeit diese Sorten, sie haben je-doch die üble Gewohnheit, die Kokons untereinander zu mischen, wodurchsich sehr ungleichmässige Produkte ergeben. Im allgemeinen kennt mannur drei typische Rassen: die von Kalkutta , die von Bombay und die vonCeylan. Die beiden ersten unterscheiden sich wenig von einander; bei der RasseCeylan ist der männliche Schmetterling dunkelrotbraun und der weibliche gold-gelb. Die Erzeugnisse hängen indessen weniger von der Rasse ab, als von derJahreszeit, der Nahrungspflanze, dem Boden und Klima. Der Tussahspinnerist ein einerntiger Wurm und dies namentlich im wilden Zustande, währender der Aufzucht unterworfen zwei, drei und mehr Bruten im Jahre ergebenkann; im Süden Indiens soll er immer mehrerntig sein.
Etwa fünf Wochen nach dem Verspinnen erfolgt das Auskriechen desTusserschmetterlings, von schmutzigbrauuroter Farbe heim Männchen und vonbraungelber beim Weibchen. Derselbe misst iu der Flugweite etwa 18 resp.20 cm; quer über beide Flügel verläuft eine violette Binde; jeder Flügelist mit einem transparenten, glashellen, gelb und violett oder purpurrot.