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Attacus ricini.
es bald darauf stirbt; diese mit Eiern und daran hängenden Motten bedecktenZweige haben ein merkwürdiges Aussehen und bilden einen Handelsartikel.
Die Kokons der November-, Februar- und Maiernte werden zum Ver-spinnen, die vom Juni und September für die weitere Aufzucht verwendet.Ihre Grösse ist 40x20 mm, und ihr Fasergehalt betrügt 15 °/ 0 ; 12 kgKokons liefern 1 kg Gespinst. Die Eriakokons, deren Farbe sehr ver-schieden ist, orange, rot und braun (Dinagepore) oder weiss (Assam ), werdenvon den Eingeborenen teils in roher Weise gehaspelt 1 ), teils zerzupft undwie Flachs versponnen. Zu diesem Zweck werden sie lange in Wassergekocht, dann in eine Abkochung von Feigenbaumrinde eingelegt und längerer
Gührung unterworfen, oder die Einge-borenen erweichen die Kokons in Pott-asche uud zupfen dann die Seide inFlocken mit den Fingern heraus. InDinagepore soll die ganze Kokonernteverhaspelt werden. Nach den An-gaben von Hugon kann das Ab-haspeln hingegen infolge Mangels aneinem geeigneten Lösungsmittel fürden Kokonbast nicht bewirkt werden;es scheint jedoch, als ob nur dieWeichheit und Unregelmässigkeit desKokons die Ursache seines schlechtenVerhaltens beim Haspeln ist, weilsich seine Fäden, die locker und unverkittet miteinander versponnen sind,beim Abwickeln verwirren. In Katschar erweicht man die Kokons in einerMischung von Kuhdiinger mit Wasser und verarbeitet sie ausschliesslicham Spinnrade. Die Gespinste werden hier mit Lac, Muujeet und Indigogefärbt, doch sind die erzielten Nuancen infolge der Unvollkommenheit derFärbemethoden ziemlich unansehnlich. Die Verarbeitnng der Eriaseide findetin Indien seit undenkbaren Zeiten statt 2 ). Die Indier verwenden sie zurAnfertigung folgender Gewänder: borkapor, meklas (Unterrock), rhiha(Schärpen) und goursha. Die Gewebe aus Eriaseide sollen geradezu un-verwüstlich sein, so dass dieselben generationsweise von der Mutter aufdie Tochter vererbt werden. Als Rohmaterial für die mechanische Seiden-spinnerei hat die Watte der Eriakokons einen grossen Wert, während diegehaspelte Eriaseide für die europäische Industrie vorläufig ohne Bedeutungist. Die beim Kämmen der Eriafasern sich ergebenden Stapel sind glänzend,fein und langfaserig und die Gespinste können mit dem feinsten Florett-garn aus Abfällen der schönsten Maulbeerseide wetteifern. Die Wichtigkeit
Fig. 171. Mikrosk. Bild der Eriaseide.