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Attacus Cynthia.
mend, wo er in Shantung und Honan regelmässig gezogen wird 1 ), wurdeer als eine Kreuzungsart zwischen der chinesischen und bengalischen Speciesunter dem Kamen Aylanthnsspinner durch Fantoni nach Europa eingeführtund erwies sich, sowohl in Frankreich wie in England, als eine sehr lebens-und pröduktionsfähige Art. Um ihre weitere Verbreitung nach anderenWeltgegenden, wie z. B. nach Argentinien , machte sich besonders Guerin-Meneville verdient; seine grossen Ricinuswälder und ein geeignetes Klimaberechtigen hier zu den schönsten Hoffnungen * *). Der Aylanthusspinner wirdin grossem Mafsstabe fast in ganz Nordchina, sowie in Sikkim und Near-Almorain Indien mit vieler Sorgfalt gezogen. Zwischen dem Eria- und Aylanthus-spinner existiert eine ziemlich weitgehende Analogie, die eine nahe Verwandt-schaft beider miteinander vermuten lässt. Beide Schmetterlinge sind orange-farben und zeigen ähnliche Flügelzeichnungen, wiewohl die Motte von Att.arrindi, wie auch die Produkte ihrer Raupe eine dunklere Färbung haben.
Die Raupe des Att. cynthia erlebt in etwa 5 Wochen vier Häutungenund wird in ihrer Reife schön smaragdgrün mit goldgelber Streifung. DerKokon besitzt, wiewohl der Faden ununterbrochen ist, eine Öffnung, überwelche ein leichtes, durchsichtiges Spinngewebe angebracht ist, das denZweck hat, das Eindringen kleiner Insekten in den Kokon zu verhindern.Seine Form ist länglich, an den Enden zugespitzt; er misst 40 bis 50 auf15 mm und wiegt 3 g, wovon ca. 4,6°/ 0 äusseres Gespinst, 12,3°/ 0 Faserund 83,1 °/ 0 Puppe. In einem kg sind 2400 leere Kokons enthalten.
Die hauptsächlichste Nährpflanze des Att. cynthia ist Aylanthus glan-dulosa, in China „tschu“, in Japan „tscho“ genannt; ausserdem wird erhäufig auf Xantoxylum Avicennae (Fagara Avic.) gezogen 8 ). Man unter-scheidet demnach in China verschiedene Gattungen der Aylanthusseide: „siao-kien“ (kleine Kokons), „tscbu-kien“ und „yu-kien“, die auf einigen Ay-lanthusarten gezogen werden und „tschao-kien“, von der auf Xantoxylumhostile lebenden Raupe. Die letztere Gattung der Seide ist seltener, vondunkelgrauer bis schwarzer Farbe und soll von ausgezeichneter Schönheitsein 4 ). Die auf Aylanthus gl. gezogene Seidenart ist hellgrau oder bräun-lich. In China wird sie in vielen Provinzen, u. a. in Tschekiang , Kiangsu ,
‘) Horsfield, A Catalogue, S. 407.
Transactions, 3 s., I. 316.
Hutton, llemarks on the cultiv. etc. N. S. I. 1869. 347.
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Wardle, Handbook, S. 50.
I’ry er, Entomology of Shanghai (Journ. of the N. China brauch of the E. AsiaticSoc. N. S. 1867. S. 78).
Givelet, L’Ailante et son Bombyx, 1866.
*) Compt. rend. de l’Ac. Sc. 1862, 812.s ) Bretschneider, On Chinese silkworm tvees, 1881, S. 3.
4 ) Mac Cartee, On some wild silkworms of China .
Fauvel, The wild silkworms of the province of Shantung, S. 20.