Band 
Erster Band.
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Seidenhaspel von Camel.

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lettes) montiert, die entweder steif oder biegsam sind; in letzterem Falledienen sie dazu, die Gregefäden in zitternder Bewegung zu erhalten, wasaus rein empirischen Gründen vorteilhaft ist. Die Haspel sind in einemBlech- oder Holzkasten eingeschlossen, an dessen Boden ein Dampfrohr einezur schnelleren Trocknung der Grege notwendige Wärme ausstrahlt. DieHaspel werden in zwei Grössen gebaut; die eine von 0,5 m Durchmesser(petit guindrage), die andere von 0,75 m (grand guindrage); ihre Um-drehungsgeschwindigkeit kann vermittelst konischer Antriebscheiben nachBedarf reguliert werden. Die Haspel laufen in unbeschränkter Anzahl in einerReihe den Fabriksaal entlang, wodurch vorteilhafte Raumausnutzung undbequemere Aufsicht ermöglicht werden. Zwischen je zwei Reihen der Haspel-bänke werden einige Aufseherinnen (rattacheuses) postiert, die die Aufgabehaben, die auflaufenden Fäden zu beaufsichtigen, die gerissenen zu verbinden,Musterstränge zu entnehmen u. s. w. Eine gemeinsame Welle trägt in Ab-ständen von 0,3 m die Treibräder, die auf Friktionsrollen, welche die ein-zelnen Haspel treiben, einwirken und nach Bedarf rasch ein- und ausgerücktwerden können, indem sowohl die Hasplerin wie die Aufseherin durch Be-thätigung eines Hebelsystems jede Haspelkrone um einige mm heben und indieser Weise augenblicklich, und ohne die Maschine anzuhalten, ausser Be-trieb setzen kann. Auf einer Strecke von 1 m können drei unabhängigeHaspelpaare Aufnahme finden, was einer einzigen Arbeiterin die Möglichkeitgiebt, alle sechs Fäden ohne Anstrengung zu beobachten; jedes Haspelpaarkann für sich allein aus der Maschine entfernt werden, um Proben oderden fertigen Strang zu entnehmen; einer der Arme ist für diesen Zweckumklappbar und wird beim Betrieb durch einen seitlichen Riegel festgehal-ten. Bei grösseren Maschinen sind die Haspel zu schwer, um in derobigen Weise gelagert zu werden. Ihre Achse ruht hier mit dem einenEnde in festem Lager, mit dem anderen auf zwei Friktionsrollen, die siedurch Reibung in Bewegung setzen; die Ausrückung erfolgt, ohne dass derHaspel aus seiner Lage gehoben werden muss. Die Vorzüge des zuerst inder Weltausstellung 1889 vorgeführten Haspels von Camel bestehen, ab-gesehen von der Ersparnis an Raum und Arbeitskraft, darin, dass die Lehrzeitder Hasplerin durch Anwendung automatischer Fadenknüpfer statt einigerJahre auf wenige Wochen reduziert wird; ferner, dass jede Hasplerin ineinem Becken 4—6 Fäden nach der Chambonart führen kann, wodurch dieNormalproduktion pro Stunde 65—70, zuweilen 80 gr Grege von mittleremTiter 11/13 erreicht wird, eine Ausbeute, die mit keinem anderen Systemerzielt werden kann. Es sind auch andere Konstruktionen einer zusammen-gesetzten Haspelmaschine in Vorschlag gebracht worden, wie die von Gau-thier, Traverso 1 ) u. A.

Wir wollen jetzt die Kreuzungsvorrichtung selbst etwas eingehender

>) Ital. Patent 1463 (1891).