Verhalten verschiedener Kokonrassen. Fehler.
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Es erhellt ohne Weiteres, dass sich die Kokons verschiedener Rassen beimHaspeln in quantitativer Beziehung ungleich verhalten, sowohl infolgeihres verschiedenen Gehalts an Flockseide, Seidenfaser und innerer Kokon-haut, wie infolge ihrer specifischen Eigenschaften, des Gehalts an Gummiund Bast, wodurch das Abhaspeln leichter oder schwerer von statten geht,ferner infolge der grösseren oder geringeren Elasticität des Kokonfadens,wodurch mehr oder weniger Abfall verursacht wird u. s. w. Im fabrik-mässigen Betriebe spricht natürlich die Zeit als ein wesentlicher Faktormit, um die Ausbeute einer gewissen Rasse vorteilhafter, als die einer an-deren zu gestalten. Man kann gewissermafsen behaupten, dass nach denobigen Bemerkungen jede Rasse Kokons ihre bestimmten gleichmässigenEigenschaften besitzt. Infolgedessen erscheint es von Interesse, an dieser Stelle(S. 378f) eine kurze Zusammenstellung zu geben, die das Verhalten typischerGattungen europäischer und asiatischer Kokons beim industriellen Haspelnzeigt. Zuvor möge noch bemerkt werden, dass das zur Aufstellungder Tabellen vollzogene fabrikmässige Haspeln unter folgenden Umstän-den erfolgte. Das Schlagen der Kokons wurde mit der Hand bewirktund der Rohseidenfaden aus 4—5 Kokonfäden gebildet; jede Hasplerinführte gleichzeitig 2 Gregefäden unter Anwendung von mechanischen Faden-anlegern mit Chambonkreuzung von 200 Touren. Der Rohfaden wurdeteils mit geknüpften Knoten (ä bouts noues), teils ohne Anknüpfung (ä boutsjetes) erzeugt. Die Geschwindigkeit des Haspels betrug 115—135 m, meistdas letztere Quantum pro Minute.
Trotz der Gewandtheit und Gewissenhaftigkeit der Hasplerin kommenbeim Haspeln Unregelmässigkeiten und Störungen vor, welche entweder be-reits in der Beschaffenheit des Rohmaterials, des Kokons, ihren Ursprunghaben oder von dessen unrichtiger Vorbehandlung herrühren. Vor allemkönnen durch mangelhaftes Einweichen einzelne Windungen des Kokonfadensnicht losgelöst worden sein, die dann als Schleifen in den sich abwickelndenFaden hineinkommen, wo sie entweder einzeln als Flaum erscheinen oder sichzu einem Knoten anhäufen. Durch mikroskopische Untersuchung eines Roh-seidenfadens lassen sich folgende, häufiger vorkommende Fehler feststellen.
Fig. 221. Flaum (duvet libre).
Fig. 222. Mariage,
1. Der Flaum ist auf die oben angedeutete Ursache zurückzuführenund kommt speciell in der Grege vor, die aus Doppelkokons hergestelltwurde. Als Folge einer ungenügenden Reinigung beim Schlagen resultiertein flaumiger Doppelfaden, sogenannte „coste“.