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gegenwärtig sind die Haspelmethoden der Bauern in den Distrikten Khokand ,Samarkand, Taschkent etc. noch sehr unvollkommen. In den Jahren 1867bis 1872 wurden Musterfilanden eingerichtet, und die russische Regierunghat deren Gründung durch Subventionen begünstigt; diese Anstalten sindjedoch längst eingegangen. Die mit grossem Kapital angelegte Eilandezu Kodschend ist Ende 1875 ebenfalls geschlossen worden. Die Ausbeutebei der einheimischen Haspelmethode ist sehr gering: 1 Pfund Seide aus8—9 Pfund trockener Kokons. In Samarkand , wo die uzbekischen Hasple-rinnen geschickter sind, gewinnt man 1 Pfund Seide aus 5 PfundKokons, und die russischen Hasplerinnen haben es noch weiter gebracht,indem sie 1 Pfund Seide aus 4 Pfund Kokons erzielen. Ein Teil dergewonnenen Seide wird im Lande selbst verbraucht, der Rest nach Russ-land und Indien exportiert. Ein gewisser Teil der Kokonernte des Kau-kasus und Turkestan gelangt nach Mailand und Marseille .
Der Ursprung der italienischen Seidenhasplerei reicht bis in jene Zeitenzurück, über die man jeder zuverlässigen Nachricht entbehrt. Wenn manden örtlichen Überlieferungen Glauben schenken will, so wurden schon seitMitte des IX. Jahrh. in Kalabrien Kokons abgehaspelt, während man be-stimmt weiss, dass im Sudan dieses Gewerbe von den Arabern noch früherbetrieben wurde. Doch scheint es, dass nur kurze Zeit vor den Er-oberungen von Robert Guiscard , gegen die Mitte des XI. Jahrh., orien-talische Handwerker die Kunst, die Seide regelrecht zu haspeln, nachCatanzaro eingefübrt haben. Guiscard , ein auf die Interessen seinesLandes sehr bedachter Fürst, zwang diese Handwerker, ihre Kunst denEingeborenen zu lehren; man weiss jedoch nicht genau, ob diese Seidenhaspler,denen der Historiker Amato den Namen „artefici orientali“ beilegt, Griechenoder Araber waren. Von Sizilien schreibt Edrisi im J. 1154, dass„das Land sehr viel Seide erzeuge.“ Es giebt uur spärliche Quellenaus der Zeit vor dem XIII. Jahrh.; man weiss nur, dass die ManufakturenLuccas gegen die Mitte des XIII. Jahrh. von den kalabresischen SeidenGebrauch machten. Die Hasplerei entwickelte sich im Zusammenhang mitder Seidenkultur nur laugsam, und erst seit Ende des XVI. Jahrh. fandein Aufschwung statt. Die italienische Hasplerei wurde tonangebend fürdieses Gewerbe in Europa .
In der italienischen Rohseidenindustrie hat sich im letzten Vierteljahr-hundert ein bemerkenswerter Umschwung vollzogen. Im Jahre 1868 zähltemau in Italien 61877 Haspel, worunter 25637, deren Becken mit Dampf-heizung versehen waren. Im J. 1876 waren bereits 83036 Haspel im Be-triebe, wovon 53370 mit Dampfheizung. Die Lombardei allein besass 38881(29576 mit Dampf) Haspelbecken. 1 ) Die technischen Verbesserungen desHaspel Verfahrens haben es ermöglicht, die Zahl der Haspel allmählich zu
>) Ellena, Notizie statistiche sopra alcune industrie.