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Erster Band.
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Statistik der Mulinierindustrie. England.

für Seidenzwirnerei in Betrieb, das jedoch schliesslich misslang. Im J. 1880betrug die Produktion mulinierter und Retorseseiden etwa 140000 kg, die von44258 Spindeln erzeugt wurden. Davon entfielen auf Württemberg 16208, Baden 13032 und Preussen 5742 Spindeln. Gegenwärtig gehtdie deutsche Mulinierindustrie infolge der stetig zunehmenden ausländischenKonkurrenz immer mehr zurück.

Die Art und Weise der Seidenzwirnerei war in England bereits imXIV. Jahrh. bekannt; das Gewerbe war jedoch eine von den Frauen be-triebene Hausindustrie. Heinrich IV. schützte die kleinen Betriebedurch einen Akt vom J. 1454. Nach der Plünderung von Antwerpen (1585) dureh die Spanier, kamen flandrische Seidenzwirner nach England.Ein Italiener Domico, durch die Königin Elisabeth unterstützt, erbautegrössere Anstalten. Im J. 1629 wurde eine Korporation der Seidendrehergegründet. Das Parlament fing an in die Regelung der Arbeiterverhältnisseeinzugreifen und erliess viele Edikte, „die aussergewöhulichsten und lästig-sten, die man sich vorstellen kann“. Die beschränkenden Mafsregeln hattenoft eine nachteilige Wirkung. Im J. 1662 gab es in London allein über40000 Seidenspuler und -zwirner, deren Verhältnisse durch strenge Statutegeregelt waren 1 ). Seit 1685 nahm die Produktion infolge der Einwan-derung der Hugenotten beträchtlich zu und schon 1713 wurde anlässlichdes Utrechter Vertrages festgestellt, dass die Seidenindustrie Englandsüber 300000 Personen beschäftige. 1719 kam ein gewisser John Lombe,der mehrere Jahre in Piemont verbracht und dort die Zwirnerei erlernt hatte,nach England zurück und erhielt das ausschliessliche Privilegium, 14 Jahrelang die Seide auf Organsin zu verarbeiten. Seinem Bruder und Nach-folger gab das Parlament 350000 Frcs., damit die Seidenmühle von Derbyauch von anderen Zwirnern benutzt werden durfte. In der zweiten Hälftedes XVIII. Jahrh. verarbeitete England durchschnittlich 4—500000 kgjährlich. .Die Zwirner von Manchester hatten im J. 1823 20400 Spindeln,zehn Jahre später bereits 84000. Der Einfuhrzoll auf Grege wurde im J. 1815aufgehoben, wodurch die Mulinierindustrie eine noch grössere Entwickelungnahm, die zugleich durch maschinelle Vervollkommnungen unterstützt wurde.Die Einfuhr der Rohseide und Ausfuhr der Ouvrees stieg fortwährendbis zu den sechziger Jahren. Von diesem Zeitpunkt ab trat infolge derhöheren Arbeitslöhne, sowie der inzwischen auf dem Kontinent gemachtenFortschritte, ein Rückgang ein, der bis auf den heutigen Tag andauert undaus folgenden Zahlen zu ersehen ist:

1874 1878 1890

Zahl der Etablissements, England . 257 231 189

„ „ „ Schottland .345

*) Hewins, Englisb Trade and Finance in the 17th Century. London 1892. p. 104.