Haspeln, Titrieren etc. der Florettgarne.
87
aber in diesem Falle nur für Garne, die mit Unreinigkeiten etc. nur wenigbehaftet sind. Andernfalls würde die Produktionsfähigkeit dieser Vorrich-tung, die ja mehr als ein Kontrollapparat dienen soll, sehr in Frage gestelltwerden. Der Ivontrollputzapparat ist folgendem:afsen konstruiert: Von derabzuwindenden Spule laufen die Fäden etwas zusammengedrängt über eineschwarze Fläche, die so gross gewählt ist, dass das Auge sie mühelos voll-kommen übersehen kann, zum Haspel. Findet sich eine Unregelmässigkeit,so hebt der Arbeiter den auf einem Abstellhebel ruhenden Fuss etwas auf,worauf die Fäden stillsteheu und er den Fehler entfernen kann. Die Lauf-geschwindigkeit der Fäden richtet sich nach ihrer Reinheit und schwanktfür Chappe zwischen 20 und 50 m pro Minute. Der Haspel führt 30 Fädenund liefert pro Stunde (die Zeit der Stillstände mitgerechnet) 27—59000 m.Die Spulen s sind in den Rahmen a und b 1 drehbar auf einer Holzspindelgelagert. Die Fäden laufen durch eine Fadenführungsplatte von Stahlzwischen zwei Plüschbackeu cc n wovon die äussere, um das Putzen derBacken zu ermöglichen, zum Herausnehmen eingerichtet ist, und gelangenzu den Führungsschwänzchen d, worauf sie sich direkt auf den Haspel auf-winden. Die Führungsschwänzchen sind an eine Führungsleiste e ange-schraubt, die durch die Zylinderschnecke l in geeignete Bewegung versetztwird. Diese Bewegung wird von der unteren Haspelwelle Wj durch eineSchnecke und ein Schneckenrad auf die Welle w und von hier wieder durcheine Schnecke und ein Schneckenrad auf die Zylinderschnecke l übertragen.Eine Glocke g zeigt den Augenblick an, in dem die vorgeschriebene Garn-länge aufgewickelt ist.
Das Abnelimen der Stränge geschieht in folgender Weise: Die Haspel-wellenlager sind an der linken Seite des Rahmens a fest angebracht undoben offen, so dass die Haspel herausgehoben werden können. Zuerstwird der untere Haspel auf die Leiste l 2 gelegt. Nachdem die Stränge,wie gewöhnlich, abgezogen worden sind, legt man auf den leeren Haspelein mit Tuch oder Filz überzogenes Stück Holz und hebt den oberenHaspel genau in derselben Weise aus seinem Lager heraus. Man legt ihndann auf das auf dem ersten Haspel placierte Holzstück.
Früher wurden die fertig geputzten Garne noch auf eigene Weise mitGummi oder Leim appretiert. Die Fäden passierten einen mit Appretur-lösung gefüllten, heizbaren Trog, strichen dann an einem Abreibeschwammhin, der den Überschuss der Masse wegnahm, wurden durch Vorbeiführenan einigen Dampfplatten getrocknet und gelangten schliesslich zu demHaspel. Gegenwärtig werden die Garne in einer warmen Seifenlösung(20—25°/o) abgeschwenkt, ausgerungen, in warmem Wasser leicht gespült,geschleudert und getrocknet. Das Garn zieht sich dabei etwas zusammen,erhält aber die gewünschte Schwellung.
Die Titrierung der Fantaisiegespiuste erfolgt, wie aus ihrer Herstellungs-weise erhellt, der Numerierung der Baumwollgarne analog. Die Garnweifehat einen Umfang von 1,25 m und macht 40—50 Touren pro Minute.