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Serimetrische Messungen.
Man fertigt aus der zu prüfenden Seide einen Strang von 100 Touren= 125 m an * schneidet ihn an zwei diametral entgegengesetzten Punktenentzwei, so dass man zwei in der Zahl der Fäden und in Beschaffenheit de3Gespinstes fast mathematisch übereinstimmende Bündel erhält. Bei gleichenFeuchtigkeitsVerhältnissen müssen die beiden Bündel im Serimeter absolutgleiche Resultate liefern, was nicht der Fall wäre, wenn wir nur einfachzwei beliebige Stränge aus derselben Partie prüfen würden; denn wie jedemmit solchen Versuchen Vertrauten hinlänglich bekannt sein dürfte, stimmendie Resultate der Messungen infolge des schwankenden Titers der Gespinstenicht ganz genau überein. Setzen wir nun voraus, dass eines von denbeiden Bündeln einen anderen Feuchtigkeitsgrad angenommen hat, als dasandere, so kann auf Grund serimetrischer Messung dieser beiden Bündel derEinfluss der Feuchtigkeit auf die Festigkeit und Elastizität der Faser mitfast absoluter Genauigkeit festgestellt werden. Der Feuchtigkeitsgehaltselbst wird durch Trocknen eines besonderen, sich in gleichen Verhältnissenwie der zu prüfende befindlichen Stranges bis zum absoluten Gewicht be-stimmt, weil, wie bei dem Konditionieren erörtert wurde, die Sättiguugs-<kapazitäten einzelner Stränge einer und derselben Partie in der Regel nurum 0,15—0,2 °/ 0 voneinander differieren. Aus einer Versuchsreihe lässt sichauf diese Weise eine Tabelle aufstellen, aus welcher die dem Mehr- oderMindergehalt an Feuchtigkeit entsprechenden Elastizitäts- und Festigkeitszu-resp. -abnahmen hervorgehen. Für die Rohseide (Japan und Cevennes) istz. B. festgestellt worden, dass 1% mehr Feuchtigkeit in der Faser ihreElastizität um l°/ 0 steigen lässt, vorausgesetzt, dass man Fäden von absolutgleichem Titer prüft und in den Feuchtigkeitsgrenzen von 8—11% ope-riert 1 ). Die bei der Prüfung der Seiden von verschiedenem Wassergehaltsich ergebende Tabelle muss also in oben angedeutetem Sinne korrigiertresp. auf gleichen Feuchtigkeitsgrad gebracht w r erden, wie etwa
Wassergehalt Beobachtete Faktische Elastizitätder Faser Elastizität (bei 10% Wasser)Japan . . 40—60 den. 9,3% 21,2% 21,9%
China . . 40—60 den. 12,4% 22,5% 20,1%
Cevennes . 40—60 den. 8,7% 22,2% 23,5%,
weil z. B. 21,2 + (10 — 9,3). 1 = 21,9 und 22,5 + (10— 12,4). 1 = 20,1ist. Die Prüfung dieser drei Seidenarten am Serimeter würde zunächst dievorzüglichste Elastizität für Chinaseide ergeben, während diese thatsächlichvon den dreien die am wenigsten elastische ist.
Das geschilderte Verfahren könnte ebenfalls da mit Vorteil angewendetwerden, wo es sich darum handelt, mit der grösstmöglichen Genauigkeit