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Zweiter Band.
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Serimetrisclie Messungen.

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SV,.-,

Piat & Pierrel oder endlich auf dem phrosodynamischen Fadenexperimen-tator von Alcan (Konstr. Foussard, Paris ) geprüft werden'.

In neuerer Zeit ist von Bel in festgestellt worden, dass zwischen derWiderstandsfähigkeit des Fadens und seinem Gewicht ein bestimmter Zu-sammenhang besteht. Er konstruierte einen Apparat mit entsprechendenSkalen, die nicht nur die Festigkeit und Elastizität des Fadens, sondernauch sein Gewicht für Längeneinheiten von 476 und 500 m angeben, unddemnach den Titer feststellen.

Es ist ersichtlich, dass die sogenannte Elastizität des Seidenfadens hierlediglich durch dessen mehr oder minder grosse Fähigkeit sich anszudehnen,ausgedrückt wird. Unter Elastizität in richtigem Sinne versteht man aberdie Fähigkeit des Körpers, sich nach dem Aufhören des Zuges wieder aufdie ursprüngliche Länge zurückzuziehen. Die Prüfung am Serimeter giebtlediglich die Dehnbarkeit oder Duktilität der Seide an, die Bezeichnung„Elastizität“ hat sich für diese Funktion jedoch derart eingebürgert, dassman sich genötigt sieht, dieselbe auch fortan beizubehalten. Um die fak-tische Elastizität der Seide messen zu können, müsste der Faden unmittel-bar vor dem Reissen, was praktisch durchführbar ist, am unteren extremenEnde durchschnitten und gleich darauf seine Länge gemessen werden.

Es ist selbstverständlich, dass man bei der Prüfung des Seidenfadensseinen Titer in Erwägung ziehen und als Faktor bei den Resultaten seri-metrischer Messungen mit angebeu muss.

Ein anderer Umstand beim Arbeiten mit dem Serimeter, dem manfrüher zu wenig Wert beigemessen hat, ist der Feuchtigkeitsgehalt derFaser, der ihre Festigkeit und Dehnbarkeit in hohem Grade zu beeinflussenvermag. Gewöhnlich verwendet man bei der serimetrischen Prüfung luft-trockene Seide. Wenn dies auch für praktische Zwecke genügt, so müssteman doch, um einigermafsen vergleichbare Resultate zu erhalten, die Seidevorher bis zum absoluten Gewicht trocknen und dann in einem gewöhn-lichen Raume von konstantem Feuchtigkeitsgehalt eine bestimmte Zeit vorder Messung liegen lassen, oder besser, jedesmal eine Feuchtigkeitsbestim-mung der Faser während des Versuches ausführen und bei den Resultatenstets mit angeben, da ja dieselbe Seide in verschiedenen Stadien ihrer che-mischen Verarbeitung, je nachdem sie mit Metallsalzen, z. B. Gerbstoffenoder Zucker, behandelt wurde, von der ursprünglichen verschiedene MengenWasser in gleich feuchter Luft aufnimmt. Infolge der stark hygroskopischenEigenschaften der Seide sind die Differenzen im Feuchtigkeitsgehalt auchin den Räumen von in dieser Hinsicht ziemlich konstanter Beschaffenheitfür eine und dieselbe Seide, die in verschiedenen Stufen des Behandlungs-prozesses geprüft wird, meisteus erheblich genug, um die Resultate seri-metrischer Messungen ungenau zu machen. Es empfiehlt sich demnach, beijeder serimetrischen Messung zugleich eine Feuchtigkeitsbestimmung auszu-führen, was sich mit der grössten Genauigkeit folgendermafsen bewerkstel-ligen lässt.

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