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Zweiter Band.
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Gesetze der Fadenfestigkeit.

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keifc und der Elastizität einer bestimmten Rasse durchaus nicht in gleichemMafse eigen sind, sondern es giebt viele, die weniger fest, dafür sehr ela-stisch sind und umgekehrt. Nur treten, wenn man von der Tussah absehenwill, in einigen europäischen Seidenarten Festigkeit und Elastizität zu gleicherZeit in hohem Grade auf. *"

Unabhängig von der Rasse variieren Festigkeit und Elastizität derSeidenfäden gemäss ihrer Behandlung beim Haspeln, Mulinieren oder Ver-spinnen. Da diese Faktoren von praktischem Interesse sind, so mögen sieErwähnung finden.

Nimmt man zunächst einen einzelnen Seidenfaden vom Querschnitt1 mm 2 an, so beträgt seine absolute Festigkeit von 43,62 (Persoz) bis44,8 kg x ), während sie für einen geglühten Schweisseisendraht nur 30 undauch für die meisten Metalldrähte (ausser Stahl) weniger beträgt. Hierauserhellt, dass die Seide eines der festesten Materialien ist. Die Zugfestigkeitdes Seidenfadens hängt nicht von seiner Länge, sondern von seiner Zusam-mensetzung ab, worüber folgende Normen gelten.

1. In zusammengesetzten Seidenfäden wächst die Festigkeit mit derAnzahl einzelner Fäden in geometrischer Progression, die Elastizität erfährtdie Zunahme in geringerem Mafse.

2. Die Zugfestigkeit in den Seidenfäden, die aus gleicher Anzahl Ele-mente bestehen, nimmt mit ihrer Dicke nur wenig zu, so dass im Grundeirenemmen der Titer in solchem Falle keinen merklichen Einfluss ausübt

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und die feinen Seidengespinste relativ von grösserer Festigkeit und Elasti-zität sind, als die dickeren aus der gleichen Fadenzahl zusammengesetzten.

■3. Mit der Zunahme der Fadenzahl wächst die Festigkeit in einemrascheren Verhältnis, als der Titer, mit anderen Worten, in den Seiden vonungleicher Fadenzahl ist das Verhältnis der Zugfestigkeit derselben grösser,als das Verhältnis der Fadenanzahl.

4. Unter den Seiden von gleichem Titer ist diejenige am stärksten, welcheaus der grössten Fadenanzahl zusammengesetzt ist.

5. Die Festigkeit der Seide, vorzugsweise der Grege, ist von der Sorg-falt und der Methode des Haspelns abhängig und um so grösser, je stärkeruud umfangreicher der Kontakt zwischen den einzelnen Kokonfädchen ist,welcher bekanntlich durch die Kreuzungsart der Grege beim Haspeln be-einflusst wird.

6. Die Drehung eines einfachen Seidenfadens verleiht demselben nichtdie geringste Zunahme der Festigkeit gegenüber dem ungedrehten und kannim Gegenteil, in übermässigem Grade angewendet, die Zugfestigkeit ver-mindern. Die Drehung der zusammengesetzten Fäden und ihre Zwirnungüben dagegen grossen Einfluss aus und werden in der Mulinierindustrie fürjeden einzelnen Fall, je nach der Bestimmung des Gespinstes, festgesetzt.

‘) Müller, Über bleibende und elastische Formveränderungen der Rohseide (DerCivilingenieur, 1882, S. 631).