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Zweiter Band.
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Einwirkung des Wassers.

broins selbst stattfand. Anhaltende Wirkung des Wassers kann auch nurbei 100° C., abgesehen von der chemischen Wirkung, die eigentliche Faser,wie dies schon von Roard bewiesen wurde, morphologisch verändern. Die innormalem Zustande glänzende und feste Faser wird bei längerem Erhitzenmit Wasser rauh, matt und zeigt eine verminderte Zugfestigkeit. Gleich-zeitig erleidet die Seide eine physikalische Veränderung, indem sie sich ver-kürzt, ein Umstand, der häufig bei ihrer Verarbeitung (beim Entbasten inkochenden Seifenbädern, beim Ausfärben) zu Tage tritt und sich dadurcherklärt, dass die Seide als eine erhärtete und gewissermafsen ausgezogeneFlüssigkeit das Bestreben zeigt, sich unter dem erweichenden Einflüsse desheissen Wassers wieder zusammenzuziehen. Die Erweichung der Faser hatzur Folge, dass sie beim nachherigen Trocknen den Griff verliert und sprödewird. Um diese Wirkung der kochenden Bäder abzuschwächen, setzt manden letzteren, je nach der Natur der Farbstoffe, mineralische oder organischeSäuren zu und vermeidet möglichst eine anhaltende Wirkung von Bädernüber 97° C. Im allgemeinen erweist sich die Seide gegen Hitze in einemflüssigen Medium widerstandsfähiger als Wolle; denn sie wird durch kochen-des Wasser bei 130° unter Druck bei nicht zu langer Einwirkung nichtangegriffen, während die Wolle dabei brüchig wird. Nach einer 40stän-digen Einwirkung von kochendem Wasser verliert die Seide etwa 50% Ge-wicht in einem Glasgefäss und 30% in Porzellan, ein Beweis, dass auchdas Fibroin, obwohl in geringem Mafse, durch kochendes Wasser von derFaser abgelöst wird, was auch durch direkten Versuch mit reinem Fibroinbestätigt wird. Es bedarf kaum der Erörterung, dass eine wässrige Lösungvon Fibroin solches lediglich in einem stark modifizierten Zustande enthält;in geringerem Mafse ist dies für die Lösung des Sericins im Wasser derFall, weil sich das letztere leichter und rascher löst. Das leichte Auflösen desSericins und das bedeutend schwerere des Fibroins kann jedoch nicht alscharakteristischer Unterschied dieser beiden Körper im chemischen Sinneangesehen werden, denn dieser hängt mehr mit der Art und Weise, wie siein der Faser fungieren, zusammen. Das kochende Wasser kann infolge-dessen kein Unterscheidungsmittel sein. Die beiden Teile der Rohfaser wer-den nach und nach und in unbestimmtem Mafse gelöst. Es ist ähnlich wiebei dem ferrocyanwasserstofifsauren Eisenoxyd (Berlinerblau), das auch durchWasser gelöst wird, ohne dass man die Grenzen und das Gesetz des Lösensfestzustellen vermag. Ich nehme an, dass die Lösungsprodukte Hydratie-rungsderivate sind. Sie scheinen auch thatsächlich mit den letzteren derProteinkörper, speziell des Albumins, übereinzustimmen, so mit den durchverdünnte Säuren erhältlichen Hemialbuminen von Schützenberger, undzeigen im allgemeinen das Verhalten der Peptone. Es bildet sich auch hiereine geringe Menge des unlöslichen Körpers, den andere Forscher für Fettoder Wachs anzunehmen geneigt waren und dessen Ursprung dem des Herai-proteins und seines Oxydationsproduktes, des Hemiproteidins, analog zusein scheint.