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Zweiter Band.
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Einwirkung des Wassers.

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Fibroin0,2-0,35%0,5-1,7%0,3-1,0%

Kokonfaser

Maulbeerseide . . . 0,9—1,5 %

Chinesische Tussah . . 2,5—3,2%

Yamamayseide . . . 2,3—2,9%

Man ersieht hieraus, dass der Gehalt an Mineralsalzen in verschiedenen Sei-den ein ziemlich schwankender ist, was nicht befremden darf, da ihre Mengeeinerseits von der Rasse des Seidenwurmes, dem Klima seines Heimatlandes,der Nährpflanze, auf der er gezogen wird, andererseits von der Methode derAufzucht, dem Boden, auf dem die Nährpflanze wächst, und vielen anderenUmständen abhängt. Man weiss übrigens noch nicht, in welcher Gestaltoder Verbindung die anorganischen Salze in der Seide und überhaupt inProteinstoffen fungieren. Es ist einerseits sicher, dass sie zum Aufbau derletzteren notwendig sind, andererseits aber, dass durch methodisches Waschenihre Menge stets abnimmt, ohne jedoch gänzlich zu verschwinden und ohnedass dabei eine nachweisbare Veränderung der Eigenschaften der Seidenfasereintritt.

Der Aschengehalt roher indischer Tussah beträgt manchmal ca. 5,5%,öfters 6 und sogar 7 %; seine prozentuale Zusammensetzung ist folgende:Soda ( Na 2 0 ) 11,81; Pottasche {K 2 0) 35,34; Kalk {CaO) 13,2; Magnesia{MgO) 2,31; Thonerde {Al 2 O s ) 0,97; Kohlensäure (C0 2 ) 12,02; Kieselsäure(Si0 2 ) 9,32; Salzsäure {CI) 3,06; Schwefelsäure {SO s ) 7,92; Phosphorsäure(P 2 0 5 ) 4,65. Das reine Tussahfibroin enthält 0,23—0,3 Mineralsalze.

Bei dem normalen Verhältnis 1—1,5% üben die Mineralbestandteilegar keinen Einfluss auf die Seidenfaser aus; in grösserer Quantität, sei esals natürlicher Bestandteil oder als absichtliche Erschwerung, können siebei der Verarbeitung der Seide störend wirken. Manche Anomalien beimEntbasten und Färben sind öfters auf die Mineralstoffe zurückzuführen; esempfiehlt sich in solchen Fällen eine Aschenbestimmung auszuführen.

In kaltem Zustande löst das Wasser nur einen geringen Teil der Salzeund des Bastes der Seidenfaser; bei Anwendung von Wärme oder Hitzegeht die Einwirkung weiter und kann bis zur vollständigen Auflösung ge-steigert werden. Von rein praktischem Standpunkte kommt hier (bei wissen-schaftlicher Untersuchung) nicht nur die Beschaffenheit des Wassers, son-dern auch das Material des Gefässes in Betracht, da bekanntlich kochendesWasser die Glasgefässe angreift, die aus Porzellan, Thon etc. dagegen fastgar nicht. Speziell in diesem Falle, weil die vom Glasangreifen herrührendeAlkalinität schwer ins Gewicht fallen würde, müssen Porzellangefässe ver-wendet werden. Kochendes Wasser löst von der Seide den Bast weg, ineiuer der Einwirkungsdauer proportionellen Menge; in der Regel genügt ein15—20stündiges Kochen, um die Seide vollständig zu entbasten. Cramererhielt durch sechsmaliges 2—3stündiges Behandeln unter Druck (bei 133°C.) ein fast chemisch reines Fibroin, das nach Entfernung von Fett etwa66% ausmachte. Da die Seidenfaser indessen bedeutend mehr (ca. 75%)Fibroin enthält, so ist es klar, dass bei diesem Vorgang ein Lösen des Fi-

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