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Einwirkung der Säuren.
Sie werden jedoch beständig, wenn inan eine Behandlung mit oxydierendenSalzen folgen lässt, wobei auch die Nuance dunkler und voller wird. Manlässt die Färbungen einige Minuten 1 ) lang bei 30 bis 100° in sehr ver-dünnten Salzlösungen verweilen. Als Salze verwendet man: Eisenchlorid,Kupferchlorid, beide mit Zusatz von Salzsäure oder essigsaurem Zink; mannimmt wohl auch eine mit Schwefelsäure angesäuerte Bichroniatlösung.
Die schweflige Säure hat keinen Einfluss auf die Seide; sie bleicht nurihren natürlichen Farbstoff.
Chromsäure und doppeltchromsaure Salze werden von der Seide absor-biert und waschecht mit gelber Farbe fixiert, ohne dass dabei eine Reduk-tion zu Chromoxyd eintritt 2 ). Kochende Chromsäure greift die Seide heftigan und löst sie schliesslich auf. Die wilde Seide ist gegen Chromsäurewiderstandsfähiger. Von einer halbgesättigten (kaltgesättigten gleiches Vo-lumen Wasser) Chromsäurelösung werden beim Kochen aufgelöst echte Seideund Wolle, während Baumwolle, Leinen und Tussah Zurückbleiben.
Die übermangansauren Salze üben auf die Seide und ihre Begleiter,wie den Farbstoff, eine oxydierende Wirkung aus, indem Braunfärbung derFaser unter Manganperoxydabscheidung stattfindet. Andauernde Wirkungheisser Ubermangausäure zerstört die Faser und das Molekül unter Bildungvon: Ammoniak, Oxalsäure und Fettsäuren C„ 11 2 „ 0 2 (von Ameisensäurebis Kapronsäure), aromatischen Säuren, wie Benzoesäure und Toluylsäure,einigen durch Abspaltung von Karboxylen entstandenen Kohlenwasserstoffenund anderen Zersetzungsprodukten.
Arsen- und arsenige Säure, auch die Phosphorsäure, lösen nur denSeidenleim auf, ohne auf das Fibroin einzuwirken.
Unterchlorige Säure und Chlor wirken zerstörend und greifen die Faserauch in verdünnten Lösungen unter Gelbfärbung heftig an. In starkerVerdünnung und kalt angewendet, erhöhen sie namentlich bei der wildenSeide die Affinität zu den Farbstoffen.
Kalter Eisessig verwandelt den natürlichen gelben Farbstoff der Seidein einen grauen, ohne die letztere anzugreifen oder zu entbasten. BeimKochen und schneller unter Druck bei 200—250° löst er die Seide untervermutlicher Bildung von Acetylderivaten auf. Eine solche Lösung wurdeseinerzeit zuVerseidungszwecken der Baumwolle vorgeschlagen 3 ). Im Gegen-satz zu gewöhnlichen Proteinkörpern wird die essigsaure Lösung der Seidedurch gelbes Blutlaugensalz nicht gefällt. Bei kurzer Einwirkungsdauer( 1 / g — s / 4 Stunden) werden durch kochenden Eisessig nur der Seidenleim unddie fetten Bestandteile gelöst. Das Sericin scheint dabei mit der Essigsäureirgend eine Verbindung (AcetylderivatV) einzugehen, denn thatsächlich istdas Gewicht des durch Verdampfen der Säure erhaltenen Rückstandes be-
') Obermayer, D. R.-P. 73093. — ') Pohl, Jahresber. f. Chemie 1852 S. 825.—Jacquemin, ibid., 1874. S. 1031. — 8 ) Mander, Franz. Patent 115203.