Konstitution des Sericins.
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Reaktionen der Seidenfaser, mit Quecksilberoxydulsalzen, mit Zucker undSchwefelsäure, mit alkoholischer Alloxanlösung etc.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass in dem Fibroinmolekül sowohl dieGlucoproteine, als auch die komplexen Gruppierungen der Amidosäuren-moleküle untereinander in einer innigeren Verbindung stehen, als dies ausder obigen schematischen Formel hervorgeht. Wie man der einfachstenAmidosäure, dem Glycocoll, die beiden Konstitutionsformeln
ar 2 — Nil, CH , — NH a — O — CO
I I oder I I
CO — 0 CO —0 — NJI b — CJf 2
beizulegen berechtigt ist, so darf man auch annehmen, dass die vielen be-nachbarten Amido- und Karboxylgruppen der Glucoproteine derart einanderbeeinflussen, dass eine innere salzartige Verbindung in obigem Sinne zustände kommt.
Die rationelle Formel des Sericins aufzustellen, erscheint noch schwerer,da man in demselben einen einheitlichen Körper in strikt chemischem Sinnedes Wortes in noch geringerem Grade wie im Fibroin voraussetzen darf.Wie das Fibroin als ein Gemisch mehrerer physiologisch und chemisch ana-loger, aber nicht identischer Körper aufgefasst werden kann, so ist das Se-ricin in demselben Sinne noch komplizierter. Es unterliegt heutzutagekeinem Zweifel mehr, dass der Seidenbast aus dem Fibroin schon im Innernder Seidendrüse durch den von den Tracheen übermittelten Sauerstoff unddie durch Lebensprozesse hervorgerufene Kondensierung erzeugt wird 1 ). Dieletztere scheint darin zu bestehen, dass das Verhältnis der Karbamidgruppenzu den Leucin- und Leuceinkörpern ein überwiegenderes wird. Wenn manannehmen darf, dass dem Fibroin in primitivster Form seiner Entstehungdas Schema
[ CO <T ^ 1 [2 Leucin- und Leuceinreihen 1
A T =J x L J y
zukommt, wobei x — y ist, welcher Komplex daun weiter aufgebaut,d. i. polymerisiert wird, so dürfte die Annahme, dem Sericin käme einSchema, wie
| CO < ^_ J 2 Leucin- und Leuceinreihen J ,
zu, wobei x )> y ist, einen hoben Grad Wahrscheinlichkeit haben. Dafürspricht der Umstand, dass die Rohseide und in erhöhtem Mafse das Sericinbei weitem mehr den von der Harnstoffgruppierung herrührenden freienStickstoff liefert, als das Fibroin. Die Thatsache, dass das vom Bast be-
J ) Blanc, fitude sur la sdcre'tion de la soie, Lyon 1887/88.