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Das Wasser in der Seidenfiirberei.
säuerten Eisenvitriollösung. Freie Salpetersäure dürfte nur in Ausnahms-fällen Vorkommen, die Nitrate sind ohne Belang. Dagegen findet man nichtselten die salpetrige Säure als solche im Wasser gelöst, die beim Seifenund Färben manche Störungen verursachen dürfte. Das mit Zinkjodid,Stärkekleister und Schwefelsäure versetzte Wasser liefert bei ihrer Anwesen-heit die blaue Jodstärkefärbung. Kieselsäure erkennt man an der Unlös-lichkeit des festen Verdampfungsrückstandes in Salzsäure; in geringenMengen sind die Silikate unschädlich und sogar für die Eisenbäder derSchwarzfärberei vorteilhaft. Die Anwesenheit von Schwefelwasserstoff oderlöslichen Schwefelmetallen ermittelt man durch Zusatz von Nitroprussid-natrium, welches mit den genannten Stoffen eine violette Färbung liefert.Schon geringe Mengen von Schwefelwasserstoff können infolge der inten-siven Färbung der Schwefelverbindungen der meisten schweren Metallenamentlich in der Erschwerungspraxis der couleurten Seiden ernstliche Stö-rungen verursachen. Was die Basen anbelangt, so kommen in erster LinieKalk und Magnesia in Betracht, die stetigen Begleiter fast aller natürlichenGewässer. Bekanntlich hängt damit die als Härte bezeichnet^ Eigenschaftder letzteren zusammen. Mau unterscheidet die Gesamthärte eines Wassers,welche durch die Gegenwart der Gesamtmenge der Kalk- und Magnesiasalzebedingt wird, dann die temporäre (vorübergehende) Härte, welche dem Ge-halt an Erdalkalibikarbonaten, und schliesslich die bleibende Härte, welchedem Kalk- und Magnesiagehalt desselben Wassers entspricht, nachdem eslängere Zeit gekocht, dann filtriert und durch Zusatz destillierten Wassersauf das ursprüngliche Gewicht gebracht worden ist. Durch Kochen wirdder in Form von doppeltkohlensaurem Calcium vorhandene Kalk als Cal-ciummonokarbonat abgeschieden, während Kohlensäure entweicht. Die inForm von Sulfaten und Chloriden vorhandenen Erdalkalisalze werden durchKochen nicht verändert und entsprechen der bleibenden Härte. Man stelltdie Seifenlösung aus Bleipflaster dar, das durch Kochen von 9 Tin. Olivenölmit 5 Tin. Bleiglätte und Wasser und durch Auskneten bereitet wird. Von derBleiseife werden 150 T. mit 40 T. Pottasche verrührt; darauf wird dieMasse mit Alkohol ausgezogen, dieser abdestilliert und der Rückstand imVerhältnis von 1 : 50 im Weingeist von 0,9213 spezifischem Gewicht gelöst.Diese Flüssigkeit wird mit einer Lösung von 0,523 g krystallisiertem Chlor-baryum in 1 1 so titriert, dass 45 cc derselben in 100 cc Chlorbaryumlösung(äquivalent einem Gehalt von 0,0012 g Kalk) nach dem Schütteln in einerStöpselflasche einen dichten 3 Minuten lang anhaltenden Schaum erzeugen.Zur Ermittelung der Härte eines Wassers titriert man ein bestimmtes Vo-lumen desselben mittels einer gewöhnlichen oder speziell dazu eingerichtetenBürette mit der obigen Seifenlösung bis das Auftreten von bleibendemSchaum das Ende der Zersetzung zwischen Erdalkalien und Seife anzeigt.Man pflegt die Härte in Graden auszudrücken und zwar bedeuten die deut-schen Härtegrade die Milligramme Kalk (CaO) in 100 g Wasser, die fran-zösischen die Milligramme Calciumkarbonat (CaCO s ) in 100 g Wasser und