Das Wasser in der SeidenfUrberei. 241
die englischen die Grains Calciumkarbonat in einem Gallon Wasser. Ihrgegenseitiges Verhältnis ist folgendes:
Die faktischen Härtegrade sind der verbrauchten Seifenlösung nichtgenau proportioneil; man bedarf daher einer besonderen Korrekturtabelle(Faiszt und Knaus), welche die einem cc Seifenlösung entsprechendenDifferenzen innerhalb bestimmter Grenzen angiebt.
Zuweilen ermittelt man auch die durch Magnesia resp. Kalk alleinhervorgerufene Härte dadurch, dass man das Wasser (50 cc) mit 1 / 60 Am-moniumoxalat fällt und das kalkfreie Filtrat mit Seife titriert. Eine Be-sprechung des Korrekturverfahrens bei der Aufhebung der Härte desWassers würde zu weit führen und muss daher übergangen werden. Wäh-rend sich der Gebrauch von hartem Wasser für die Seifenbäder von selbstverbietet, ist er im allgemeinen für saure Bäder unschädlich und beim Fär-ben mit natürlichen Farbstoffen, soweit keine Seifenbäder in Anwendungkommen, sogar vorteilhaft. Die im Wasser etwa vorhandenen Eisensalze(nicht selten kommt Eisenoxyd als suspendierter Niederschlag vor!) werdendurch Kochen des Wassers mit Salpetersäure oxydiert und liefern alsdannmit Rhodanammonium oder Blutlaugensalz die bekannten Reaktionen. DieThonerde wird nach dem Kochen des Wassers mit Ätznatron und Abfiltrie-ren von etwa vorhandenem Eisenoxyd, durch Versetzen des Filtrates mitSäureüberschuss ausgefällt. Die Alkalien, Salze von Kali und Natron, sindfür die textile Verwendbarkeit des Wassers ohne Belang. Das Vorkommenvon Ammoniak ist technisch zwar von geringem Einfluss, deutet aber daraufhin, dass das Wasser mit faulenden Organismen in Berührung gekommenist und möglicherweise toxische Bestandteile organischen und organisiertenUrsprungs mitführt. Man fällt die Kalksalze kalt durch Schütteln miteiner Mischung von Ätznatron und Soda, filtriert oder dekantiert und ver-setzt die klare Flüssigkeit mit Nesslerschem Reagens (35 g Jodkalium,1,3 g Quecksilberchlorid in 80 cc Wasser, Zusatz einer gesättigten Sublimat-lösung, bis sich der entstehende Niederschlag nicht mehr auflöst, dann von160 g Ätzkali oder 120 g Ätznatron: in verdünntem Zustande auf 1 1). BeiAnwesenheit auch minimaler Mengen (0,00005 g) Ammoniak tritt einebraungelbe Färbuug ein. Manche Färbereien haben mit einem Wasser zutliun, das mit Abwässern anderer Fabriken verunreinigt ist und Nieder-schläge verschiedenen Ursprungs und Gehalts mit sich führt. Zwar wirddann ein solches Wasser wohl immer geklärt, es enthält aber doch einezuweilen nicht unbeträchtliche Menge gelöster organischer und mineralischerStoffe von sehr heterogener Zusammensetzung, deren Erkennung den ge-
Silbermann, Die Seide. II. Iß