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Das Entbasten.
des Bades auf nahe bei 100° erhält, ohne indessen die Flotte aufwallen zulassen, oder in Säcken in der weiter unten angegebenen Weise. Für Weissund helle Farben wird das Abkochen in frischem Seifenbade vollendet, dasman mit 15—20°/ 0 Seife ansetzt. Die auf dem Degummierbade abgetropf-ten Stränge werden mit der Hand ausgerungen, eventuell gestreckt, umsich selbst gedreht (volte) und, zu 12—15 Stück mit einem Strick zusam-mengebunden, in einen reinen Leinensack eingenäht. Die letzteren werdendann in einem konischen mit direktem Feuer oder besser indirektem Dampfgeheizten Kessel von 1,8—2 m oberem, 1 m unterem Durchmesser und 1 mTiefe während einiger (1,5—2,5) Stunden regelrecht gekocht, wobei manvon Zeit zu Zeit ihre Lage im Kessel ändert. Die gekochte Seide wirduntersucht, weil sie öfters teilweise unentschälte Stellen, sogenannte biscuits,zeigt, in welchem Falle die betreifenden Stränge nochmals einem Kochenmit 12—15°/ 0 frischer Seife unterworfen werden. Die aus den Säcken her-ausgenommenen Stränge werden, wie üblich, geschleudert und mit demChevillierstock ausgeschlagen. Es empfiehlt sich nicht, die abgekochte Seidein Haufen mehr als 8 Tage ungetrocknet liegen zu lassen, da die darinenthaltene Seife infolge der Feuchtigkeit und eintretenden Erwärmung einerZersetzung anheimzufallen pflegt und der Seide dann einen üblen, ranzigenGeruch verleiht. Weiss wird in allen Fällen noch mit 10°/ 0 Seife bei 60°nachbehandelt. Für Weiss ist auch folgende Operationsreihe in Gebrauch.Mit 30°/ 0 Seife bei 100° etwa 5mal ziehen, mit 10°/ 0 Seife und 2,5°/ 0Krystallsoda lauwarm 3 mal ziehen und schliesslich mit 15 °/ 0 Seife ca. zweiStunden in Säcken abkochen. Die Seifenbäder (das erste und das dritte)können zum Abkochen weiter benutzt werden. Für stark gezwirnte unddicke Gespinste, wie Cordonnets, findet folgendes Verfahren Anwendung.Die unterbundenen Stränge werden in einem kalten Seifenbade (25 °/ 0 ) gutdurchnetzt, das Bad abends auf 70° gebracht und die Seide, gänzlich unter-getaucht (en sötte), die Nacht liegen gelassen; man bedeckt die Flottezweckmässig mit nassen Tüchern, um die Abkühlung zu verzögern. Amanderen Morgen wird die Seide auf der Maschine gestreckt und in dem-selben Bade (3—3,5 Stunden) abgekocht.
Es giebt noch eine andere Art des Abkochens, die den Namen Kochenim „Piano“ trägt und in folgendem besteht. Man tränkt die Seide wäh-rend der Nacht mit Seife und bringt sie dann in eine starke, blecherneSeifenkufe mit zum Aufhängen der Stränge bestimmten Walzen, die wäh-rend der Behandlung in langsam rotierende Bewegung versetzt werden.Nach dem Beschicken der Kufe mit Seife und Seide wird sie hermetischverschlossen und die Flotte durch Einleitung von Dampf unter Druck zumKochen gebracht, wodurch eine Temperatur von 103—105° erzielt und dasEntbasten im Laufe von 20—30 Minuten vollzogen wird. Obwohl diesesVerfahren infolge einiger eingetretener Explosionen im allgemeinen auf-gegeben worden ist, trifft man es doch noch an, wo es gilt, stark ge-zwirnte Seiden auf hohe Erschwerung zu bringen. Es wurde auch vorge-