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Zweiter Band.
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Das Entbasten.

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schliesslich ihr guter Geruch betrachtet werden, da derselbe nicht selten demfertigen Seidenfabrikat anhaftet.

Das heutzutage übliche Verfahren des Abkochens besteht in folgendem.

Für Weiss und helle Nuancen wird das Entschälen vermittelst zweiergetrennter Operationen: Degummieren (degommage) und Abkochen (cuite),vollzogen. Für dunkle Farben und Schwarz genügt das Abkochen, dasnaturgemäss hier längere Zeit erfordert, als in ersterem Falle. Die Ent-bastungskufen haben eine Breite von 70—80 cm, eine Tiefe von 60—70 cmund eine dem aufzunehmenden Quantum Seide entsprechende Länge im Ver-hältnis von ca. 5 m pro 50 kg. Sie bestehen aus Kupfer oder aus mit Kupferausgelegtem oder mit Leinwand ausgefüttertem Holz. Die auf Stöckenhängenden Stränge werden im Seifenbade, das mit 33% Seife vom Roh-gewicht der Seide angesetzt und auf 95° gebracht wird, zuerst ziemlichschnell, dann langsam hin und her gezogen, nach ca. %—1 Stunde um-gezogen, so dass die obere Hälfte in das Bad kommt und nach wiederums / 4 —1 Stunde aus dem Bade gehoben. Um die Handarbeit bei dieser Ope-ration zu ersparen, gelangen mehrere maschinelle Vorrichtungen zur Ver-wendung; unter anderen eignet sich die Corronsche Färbemaschine vorzüg-lich zum Entbasten, sowie überhaupt für alle länger andauernde Prozesseder Seidenfärberei, das Assouplieren, Pinken, Gallieren u. s. w. Auch dieMaschine von Duchamp & Cie. mit oberhalb der Maschine angebrachtemTransport wagen leistet gute Dienste. In der Maschine von Schwarzen-bach ') werden die Stränge in grösserer Anzahl auf passende Stäbe einesRahmens gelegt, der durch einen Krahn in das Abzieh- oder Waschbad etc.gestellt wird. Die Stränge bleiben während der Operation im Rahmen ein-gehängt und werden dabei in eine zweckentsprechende Bewegung versetzt,während der ganze Rahmen selbst durch einen Hebelmechauismus derartbewegt wird, dass eine intensive Berührung zwischen Seide und Seife statt-findet.

Nach dem Degummieren befindet sich die Seide in halbentbastetem Zu-stande (mi-cuit), in dem sie einen Gewichtsverlust von 15—18%, zuweilen20% aufweist. Es folgt nun das Abkochen mit frischer, kochender Seife.Zwischen dem Degummieren und Abkochen kommt besonders für Organsinsdas sogenannte Strecken (etirage) in Anwendung, eine Operation, die denZweck bat, den beim Degummieren etwas eingeschrumpften Faden zu streckenund dadurch seinen Glanz zu erhöhen. Es wird in der Streck- oder Lustrier-maschine mit oder ohne Anwendung von Dampf vorgenommen und verleiht demFaden eine Verlängerung von 3—6%. Ist die Seide für dunkle Nuancenbestimmt, so wird das Abkochen im Degummierbade, das man mit 5—8%frischer Seife verstärkt, weiter geführt. Das Abkochen kann entweder, wiedas Degummieren, auf Stöcken vollzogen werden, wobei man die Temperatur

‘) Schweizerisches Patent 3965.