Das Assouplieren.
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weiter Grenzen und betrügt in der Regel 2 1 j 2 —3, seltener 4, zuweilen gar5 Stunden. Die Merkmale der vollzogenen Operation sind rein praktischerNatur, wie z. B. das Gefühl, die Art, wie der Faden reisst u. s. w., und ent-ziehen sich der Erörterung. Nach dem Assouplieren wird sorgfältig gewaschen.Ist die Souple klebrig, so erhält sie noch ein lauwarmes Seifenbad. DerGewichtsverlust der Souple variiert durchschnittlich von 5—8% ihres Roh-gewichts. Die Souple darf nachträglich weder in heissen Seifenbädern,noch weniger in alkalischen Flüssigkeiten über 30—40° behandelt werden,weil dann der noch vorhandene Bast angegriffen werden würde; im Gegen-satz dazu verträgt sie gut kochende Säurebäder. Im Laufe der weiterenVerarbeitung wird die Souple im allgemeinen mit viel stärkeren Beizen undin konzentrierteren Färbebädern behandelt, als die abgekochte Seide, wasseinen Grund in dem Umstande hat, dass man bei verhältnismässig niedrigerTemperatur arbeiten muss.
Über den Vorgang beim Assouplieren ist man noch nicht im klaren.Es wird, wie gesagt, durch kochende Bäder bewirkt, deren saure Beschaffen-heit erfahrungsgemäss günstig wirkt, aber auf den eigentlichen Prozessvon keinerlei chemischem Einfluss zu sein scheint. Das Assouplieren, oder,um es deutsch zu sagen, das Geschmeidig- oder Weichmachen der Ecrukann mit ebenso gutem Erfolg in einem einfachen Wasserbade vollzogenwerden, ist also lediglich auf die erweichende und aufquellende Wirkungder heissen Flüssigkeit zurückzuführen, was mit der Erwägung zusammen-fällt, dass die Struktur oder der Zusammenhang der Seide, als einer er-härteten Flüssigkeit, durch andauerndes Kochen beeinflusst, ihr Zusammen-halt verringert und ihr Volumen vergrössert werden muss. Dass man denBädern saure Salze oder Säuren und dann sauer reagierende Gerbstoffe zu-setzt, geschieht, weil dadurch die Festigkeit erfahrungsgemäss mehr ge-schont und der Griff gefördert wird. Auch ist der Bast in sauren Flüssig-keiten weniger löslich, als in reinem Wasser. Der Assouplierprozess ist so-mit lediglich als eine morphologische Veränderung der Bcrufaser aufzufassen,durch die der Bast, ohne von der Faser abgelöst zu werden, geschmeidig,weich und biegsam gemacht wird. Die Souple wird nach dem Waschenden erforderlichen Färbe- und Erschwernngsoperationen unterworfen undhat nach dem Trocknen einen steifen strohähnlichen Griff, sowie fast keinenGlanz. Erst durch die nachfolgende mechanische Behandlung, durch Schla-gen, Strecken und Chevillieren wird die Faser griffig, weich, geschmeidigund glänzend. Von diesen Operationen, deren zusammenhängende Bespre-chung weiter unten stattfindet, soll an dieser Stelle nur das speziell fürSouple charakteristische Chevillieren erörtert werden.
Das Chevillieren kann in bekannter Weise mit der Hand verrichtetwerden, indem man den Strang, ähnlich wie beim Ausringen, stark drehtund gleichzeitig der Länge nach anzieht. Die Chevilliermaschine ahmtdie Handarbeit nach, leistet jedoch qualitativ und quantitativ Besseres.-Die Chevillier- oder Assoupliermaschine besteht aus zwei Reihen Chevillen,