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Das Assouplieren.
erwähnt, bezweckt das Assouplieren die teilweise Entfernung des Bastes,um der Faser die äusseren Eigenschaften der gekochten Seide zu verleihen.Ausser dem Ergebnis, dass aus einem gegebenen Quantum Ecru eine grössereAusbeute erzielt werden kann, fällt bei der Soupleseide noch die Erfahrungins Gewicht, dass sie vegetabilische und mineralische Erschwerungsstoffe beiweitem leichter, energischer und in grösserer Menge aufzunehmen im ständeist, als die abgekochte Seide. Diese Eigenschaft ist auf die Anwesenheitdes Seidenleims, dessen ausgesprochen chemische Funktionen als einerschwachen Säure, z. B. basischen Metallsalzeu gegenüber in durchaus präg-nanter Weise zur Geltung kommen, und andererseits auf die Aufquellungder Souple, d. i. Yergrösserung ihrer Porosität, zurückzuführen, denn that-sächlich besitzt die assouplierte Faser ein noch grösseres Absorptionsver-mögen, als die Ecru.
Ohne auf die Behandlung der Souples beim Schwarzfärben eingehenzu wollen, möge der übliche Gang des Assouplierens für couleurte Seidenerörtert werden.
Die rohe Seide wird in einem lauwarmen, schwach alkalischen Bade(0,5—1°/ 0 ) oder in einem Seifenbade (3—5%) entfettet (degraissage) undkommt hierauf, falls das Bleichen erforderlich ist, in die Schwefelkammer,aus welcher sie, ohne gewaschen zu werden, direkt in das kochend heisseAssouplierbad gebracht wird. Seiner Zusammensetzung nach ist das letztereziemlich mannigfaltig und zwar wendet man folgende Substanzen an:
1. 1 kg Magnesiumsulfat (Bittersalz) und 250 g Schwefelsäure auf85 kg Seide oder 1,25 kg saures schwefelsaures Natron (Weinsteinpräparat).
2. Eine Mischung von Alaun mit Kochsalz.
3. Schwefelsäure.
4. Schwefelsäure mit Seife.
5. Schwefelsäure mit Weinstein.
6. Weinstein im Verhältnis von 3—4 g pro 1 Flotte.
7. Eine wässrige Lösung von schwefliger Säure oder von Natrium-bisulfit.
8. Für erschwerte, nicht weiter zum Färben oder nur für helle Nuancenbestimmte Souples GerbstofFbäder von 2—5° Be.
9. Kochende Seifenlösung (4%).
Ganz eigentümlich ist ein französisches Verfahren, nach welchem ein Zu-satz von Petroleum zu Assouplierhädern verwendet wird, wodurch der FadenGlanz und besseren Griff erhalten soll. Sehr rationell ist es dagegen, den saurenAssouplierhädern etwas Bastseife zuzusetzen, da hierdurch das Auflösen desBastes und somit der Gewichtsverlust auf das Minimum reduziert wird.Alle obigen Bäder werden kochend augewendet und die Ecru wird darin,ähnlich wie beim Abkochen, langsam behandelt. Nach einer bis anderthalbStunden ist die Faser bereits so weich geworden, dass sie, wie halbge-schmolzenes Wachs, bei der Berührung Abdrücke annimmt. Die Zeitdauerdes Assouplierens variiert je nach der Gattung der Seide innerhalb ziemlich