Das Bleichen.
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eignet sein 1 ). Der Elektrolysierapparat besteht aus einer Kufe 2 ), in welcherzwei Reihen nebeneinander liegender Elektroden, die nach Bedarf einzelnein- und ausgeschaltet werden können, angebracht sind. Die positiven Elek-troden aus Platindrahtgewebe sind in Form eines Vierecks in irgend einenIsolator eingefasst und stehen miteinander und mit dem positiven Pole derDynamo in Verbindung; die negativen sind runde Zinkscheiben, die aufeiner gemeinsamen Achse zwischen jedem Paar positiver Elektroden sitzenund beim Betrieb langsam rotieren, um ihre Oberfläche, die infolge derPolarisation anläuft, vermittelst kleiner isolierter Rakel abstreichen zu kön-nen. Die Chlormagnesiumlösung strömt durch eine perforierte Röhre in dieKufe hinein und wird nach der Elektrolyse durch einen Randkanal unddurch Röhren nach der Bleichkufe befördert; hier giebt sie ihren Sauer-stoff ab und wird vermittelst Pumpen nach der Elektrolysierkufe zurück-befördert.
Das Ozonbleichverfahren mit trockenem, kondensiertem Sauerstoff, derdurch dunkle elektrische Entladung eine ausserordentlich energische Bleich-kraft erwirbt, besitzt für die Seidentechnik vorderhand nur theoretischesInteresse; seine praktische Anwendung, namentlich für wilde Seiden undfür gemischte Gewebe, ist indessen aus dem Grunde nicht ausgeschlossen,weil man mit Chlorozon, welches man erhält, wenn man ein Gemisch vonSauerstoff mit Chlor die Ozouisierkammer passieren lässt, zufriedenstellendeResultate erzielt hat.
Die Operation des Bläuens hat zum Zweck, den noch schwach gelb-lichen Ton der gebleichten Seide zu neutralisieren und durch übersetzenmit der komplementären, also violetten Farbe, in eine rein weisse glänzendeNuance zu verwandeln. Die hierzu üblichen Farbstoffe sind ammoniaka-lische Cochenille im Gemisch mit Indigokarmin, Rosolan und verschiedeneMarken von Methyl violett. Man färbt in lauwarmem Seifenbade, um einzu rasches Aufgehen auf die Faser zu verhindern, was ein Streifigwerdenverursachen würde. Je nach der Nuance unterscheidet man: milchweiss,schneeweiss, bläulichweiss, rötlichweiss (Chinaweiss) etc.
Die Operationsreihe beim Bleichen der Ecru für helle Nuancen bestehtin Einweichen in Soda , in Schwefeln, Bleichen mit Königswasser, Waschen,Schwefeln, Waschen; für Weiss in Einweichen in Seife, in Schwefeln, Blei-chen , Waschen, Seifen, Schwefeln, Waschen, Seifen, Schwefeln und Waschen.
Das Bleichen der abgekochten Seide begreift das Schwefeln und dasBläuen in sich. Das erstere wird unmittelbar nach dem Ausschleudern ausder letzten Entschälseife vorgenommen und nach dem Auswaschen inschwach alkalischem Wasser noch 2—4mal wiederholt; in der Regel ge-nügen 2 Schwefelpassagen ä 12 Stunden für helle Farben und 3—4 der-selben für Weiss. Das Bläuen wird wie üblich vollzogen; das Seifenbad
') D. R.-P. 49851. — s ) D. R.-P. 35549.