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Das Bleichen.
Man behandelte die Tussah zunächst mit übermangansaurem Kali und ent-wickelte den Sauerstoff in statu nascendi in einem nachfolgenden schwachenHypochloritbade nach der Gleichung
Mn0 2 + 5 HCIO = Mn(OCl) 2 Cl 2 + HCl + 2 II 2 0 + 0 3 .
Alsdann folgten ein Ammoniakbad und eine Passage durch schwefligeSäure. Die so behandelte Tussah wurde nun mit Wasserstoffsuperoxyd ge-bleicht, oder es wurde die mit Mangansuperoxyd beladene Faser direkt indas Bleichbad gebracht, wo der Sauerstoff im Entstehungszustande zur Wir-kung kam:
Mn0 2 H 2 0 2 = MnO -(- U 2 0 -|- 0 2 .
Um den Überschuss von Manganoxyd zu entfernen, gab man noch einSchwefligsäurebad und gelangte nach diesen langwierigen Operationen dochzu minder guten Resultaten, als heutzutage mit Wasserstoffsuperoxyd allein.Es wurde andererseits vorgeschlagen, um die bleichende Wirkung zu be-schleunigen, die Tussah mit Terpentinöl zu tränken und dem Lichte aus-zusetzen, wobei das sich entwickelnde Ozon zur Geltung käme.
Dass man die Nebenwirkung der unterchlorigsauren Salze beim Bleich-prozess mit Superoxyd als günstig erkannte, ersieht man aus einem eng-lischen Verfahren, bei welchem das Wasserstoffsuperoxyd, mit Ammoniakund Ammoniumhypochlorit gemischt, zur Anwendung kommt 1 ). Auch inder neuesten Zeit findet man in einigen Rezepten den Zusatz von chlor-sauren Salzen empfohlen. Für 100 kg Tussah bereitet man z. B. ein Badaus 500 1 dreivolumigen Wasserstoffsuperoxyds, 5 kg Ammoniumkarbonat,5 kg chlorsaurem Kalium und 3 kg Natriumnitrit. Nach zwölfstündigemVerweilen im Bade trocknet man die Tussah in einem Luftzug von 20 bis25°, lässt sie wieder 12 Stunden in demselben Bade liegen, trocknet siewieder und wäscht sie.
Die gegenwärtig übliche Art des Arbeitens mit Wasserstoffsuperoxydist die folgende. Man bereitet für 100 kg Tussah ein Bad mit 500 1 drei-volumigen oder entsprechender Menge mehrvolumigen Wasserstoffsuperoxyds— z. B. 150 1 des zehnvolumigen — und 20 1 Ammoniak von 22° oder
2 bis 3 kg kaustischen Natronhydrats. Die Dauer der Behandlung beträgt24 Stunden, wonach man wäscht und nötigenfalls nochmals das erwärmteBad anwendet. Die Menge des Alkalis richtet sich nach der kleineren odergrösseren Acidität des käuflichen Wasserstoffsuperoxyds. Bei einem anderenVerfahren verwendet man 150 bis 160 1 zehnvolumigen Wasserstoffsuperoxyds,
3 kg Pottasche, 5 kg Ammoniumkarbonat und soviel Ammoniumhypochlorit,als man durch Umsetzung von 2 kg Ammoniumsulfat mit der nötigen MengeCalciumhypochlorit erhält. In einigen Fabriken bleicht man die Tussah
Engl. Patent 1414 (1878).