Das Bleichen.
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zuerst mit Wasserstoffsuperoxyd (unter Zusatz von Wasserglas) und be-handelt sie nachträglich mit gasförmiger oder in Wasser gelöster schwef-i re.
Die bleichende Wirkung des Wasserstoffsuperoxyds ist im Bade selbstschon bedeutend, sie wird aber wesentlich erhöht, wenn man die aus demBleichbade herausgenommene Tussah, ohne zu waschen, einige Stunden andie Luft hängt, wobei einerseits das Wasser verdampft und die sieb kon-zentrierende Bleichflüssigkeit sehr wirksam wird, andererseits aber die Luft-und Lichteinwirkung zur Ozonbildung Veranlassung geben. Ein etwas ab-sonderliches, obwohl, wie man behauptet, wirkungsvolles Verfahren bestehtdarin, Wasserstoffsuperoxyd und Alkali nicht im Bleichbade, sondern aufder Faser selbst in der Atmosphäre zusammenzubringen. Die Tussah wirdmit Wasserstoffsuperoxyd imprägniert und in einer hermetisch verschlossenenKammer aufgehängt, in welcher Gefässe mit Ammoniak aufgestellt sind.Man lässt sie 12 bis 24 Stunden hängen, wendet wieder das Bleichbad an,hängt die Tussah in der Kammer auf und wiederholt successive die Behand-lung, bis sie vollständig gebleicht ist. Das Verfahren soll die Faser wenigerangreifen, als die Behandlung in Bädern, was auch wahrscheinlich erscheint.Nach einem anderen Verfahren wird die Tussah mit konzentrierter Wasser-stoffsuperoxydlösung imprägniert und dann unter Druck gedämpft, wodurchder Bleicheffekt schon nach einer bis zwei Stunden vollzogen sein soll. Ineinigen Tussahbleichereien beschleunigt man die Wirkung des Bleichbadesdurch Zusatz von etwas Zinkstaub oder durch einen schwachen elektrischenStrom.
In neuerer Zeit verschaffte sich das Natriumsuperoxyd raschen Eingangin die Tussahbleicherei. Die sehr sorgfältig abgekochte Tussah wird durchwiederholtes Waschen von der Seife befreit und kommt in ein 30° warmesBad, das auf 100 kg Tussah 2500 1 Wasser und 90 kg chlorfreies Bitter-salz enthält, und wird hier nach mehrmaligem Umziehen aufgeworfen. Eswerden dann 25—30 kg fein pulverisiertes Natriumsuperoxyd in mehrerenPortionen vorsichtig eingetragen, die sich unter Zischen und Erhitzung auf-lösen. Nach jeder Portion wird sorgfältig umgerührt. Man zieht mehrmalsum und erhitzt, sobald die ganze Menge des Bleichmittels eingetragen wor-den ist, das durch Ausscheiden von Magnesiahydrat milchig gewordene Badallmählich (in etwa s / 4 Stunden) auf 80—95°. Nach 1 l j i bis 2 Stundenist die Operation beendet; man nimmt die Seide aus dem Bade heraus, fügtsoviel Schwefelsäure zu demselben, dass es klar wird, und wäscht die Seidenach mehrmaligem Umziehen stark aus. Das Absäuern hat den Zweck, dievon der Seide aufgenommene Magnesia wieder aufzulösen. Zum Schlusswird die Tussah in einem fetten Seifenbade eine Viertelstunde lang kochendheiss geseift und gewaschen.
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