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Das Blau.
sind Säure violett BN, sowie Echtsäureviolett 10 B, welches ausserdem eineLichtfarbe ist; die Mischfarben von Gelb und Echtsäureviolett zeigen auchnicht die oft unerwünschte Fluorescenz, wie sie gewöhnlich bei den Misch-farben aus Gelb und Violett aufzutreten pflegt. Das Azosäureviolett istsehr lichtecht, dagegen wenig seifenecht. Schliesslich werden in neuererZeit die Diaminvioletts zur Erzielung matter, echter Nuancen verwendet.
Blau erzielte man früher mit Waid, Indigo und Blauholz, welch letz-teres derart angewendet wurde, dass Seide mit 5°/ 0 .Grünspan gebeizt, mitBlauholzabkochung kalt ausgefärbt und geseift wurde. Erst im XVIII. Jahr-hundert trat die Indigosolution oder das Sächsischblau hinzu und hat sich,trotz seiner geringen Echtheit, bis auf den heutigen Tag erhalten. 1811wurde das Berlinerblau direkt auf der Faser erzeugt und lange Zeit ver-wendet (Raymonds Blau, bleu de Prusse ), zeigte aber deu Ubelstand, dieSeide hart und steif zu machen. Um den von dem hartnäckig zurückge-haltenen Blutlaugensalz herrührenden grünlichen Ton zu beseitigen, führteman die Seide nachträglich durch ein Bad aus Ammoniak oder Ammonium-karbonat und setzte, um die Schönheit der Farbe zu erhöhen, dem Eisen-bade Zinnsalz zu. Das erste künstliche Blau, das Azulinblau (1862), wel-ches wie Orseille eine Lichtfarbe war, wurde eine Zeitlang stark verwendet,dann aber durch das Anilinblau (bleu de Lyon ) verdrängt. Das Diphenyl-aminblau war für besonders klare Nuancen bestimmt. Von den Farbstoffender Triphenylmethangruppe sind heutzutage die (sprit- und wasserlöslichen)Anilinblau und ihre Sulfosäuren, die Alkaliblau, das Benzylblau (Gemischvon Methylviolett und Malachitgrün) u. a. in Anwendung. Das spritlös-liche Anilinblau wird für besonders waschechte Nuancen in gebrochenemBastseifenbade, dem man die alkoholische Farbstofflösung portionenweise zu-setzt, stark umgerübrt und die Seide fleissig hantiert. Wendet man stark-saure Bäder an oder erhöht mehrmals die Temperatur während des Färbens,so erhält mau blaustichigere Töne, als im entgegengesetzten Falle. DieAlkaliblau werden in schwach alkalischem Bade (Borax und Seife) auf-gefärbt und sind nicht seifenecht. Bairischblau, Wasserblau, Chinablau,Thiokarmin etc. werden wie wasserlösliche Anilinblau in kochend heissem,schwach saurem Bastseifenbade verwendet. Echtblau 6 G liefert trübe, aberechte Nuancen, ebenso die Induline und das Indopbenin. Victoriablau undNachtblau liefern seifenechte klare, aber nicht sehr wetterechte Färbungen.Seidenblau, Blau BS , Reinblau, Methylblau für Seide, fluoresciereudes Blau,Patentblau, Bleu Dauphin, Resorcinblau, Naphtylblau etc. sind schöne, abermeist nur mässig echte Farbstoffe. Die blauen Farben aus der Benzidin-gruppe liefern trübe Töne von ziemlich bedeutender Echtheit. Von denneueren Blau eignet sich das stark grünstichige Türkisblau besonders fürDruckartikel mit Fettreserve, die in kaltem Bade (im Stück) gefärbt werdenmüssen, da der Farbstoff auch kalt sehr egal und voll aufzieht; die Färbungist gut alkaliecht. Das violettstichige Cölestiublau ist ebenfalls von grosserWalkechtheit.