290
Das Gelb.
Curcumin begleiten, weggelöst. Curcuma lässt sich mit anderen Farbstoffengut kombinieren und erlangt dann eine nicht geringe Solidität. Es em-pfiehlt sich in solchen Fällen, Curcuma nicht in gleichem Bade mit anderen,beispielsweise sauren Farbstoffen, auszufärben, sondern zuvor einen Curcuma-grund zu geben, dann mit Gerbstoff (Sumach oder für dunkle NuancenKatechu) und zuletzt mit Farbstoffen zu übersetzen. Trotz seiner Unecht-heit wird Curcuma auch allein, besonders für Trame Souple, aus dem Grundeviel verwendet, weil die letztere als Einschlag im Gewebe durch die Kettegedeckt und äusseren Einflüssen nur wenig ausgesetzt wird. Die mit Wauerzielbaren reingelbeu Nuancen zeichnen sich durch eine nicht geringeWiderstandsfähigkeit gegen Alkalien, Wäsche und Witterungseinflüsse aus,werden aber durch Säuren erheblich beeinflusst. Der Farbstoff des Wau,das Luteolin, zieht auf alaunierte Seide (eisenfrei!) in schwach mit Pott-asche alkalinisiertem Bade auf; für helle Nuancen wird statt PottascheSeife verwendet. Die gebeizte Seide wird in einer Wauabkochung (200%),die durch 5—8 Minuten langes Auskochen gewonnen wurde, ca. 10—15 Mi-nuten bei 50° umgezogen und das Bad dann abgelassen. Hierauf wird dieSeide in der zweiten Abkochung (von 10—15 Minuten Dauer) kochend biszur Nuance ausgefärbt und in lauwarmem Seifenbade geschönt. Die Fär-bungen sind walkecht, aber nicht schwefelecht. Man aviviert vorsichtig inschwach mit Essigsäure versetztem Bade. Die Kreuzbeeren werden aufAlaunbeize in gleicher Weise wie Wau gefärbt und liefern rötlichere Töneals jener, welche durch Zinn ins Grünliche und durch Eisen ins Olivenuanciert werden. Das Quercitron enthält ein Farbstoffglycosid, das Quer-citrin, das durch Kochen in Quercetin und Alkohol gespalten wird; dieQuercitronpräparate enthalten daher hauptsächlich Quercetin neben ge-ringen Mengen Quercitrin. Quercitron wird entweder auf Alaunbeize odernach dem Einbadverfahren mit Zinn, ganz wie Cochenille, gefärbt, wobeizwar glänzendere, aber weniger echte Töne erzielt werden. Seine Präparate,Flavin , Chrysein etc. eignen sich ihrer grösseren Reinheit wegen speziellfür klare Nuancen, die etwas röter, aber weniger echt sind, als die mitWau erzielten. Eine goldgelbe volle Nuance wird z. B. mit 5% Flavin ,5% Zinnsalz und 10% Weinsäure nach der Einbadmethode lauwarm biskochend aufgefärbt. Sehr selten wird für Couleuren das Gelbholz ange-wendet. Von den künstlichen Gelb fand zuerst die Pikrinsäure (1847) indie Seidenfärberei Eingang und wird noch gegenwärtig als Nuancierungs-mittel viel verwendet, trotzdem echtere und schönere Farbstoffe in Füllevorhanden sind. Alsdann kam eine grosse Anzahl anderer glänzender Nitro-farbstoffe, die bei aller Schönheit den Übelstand hatten, im Laufe der Zeitund besonders in der Hitze durch Sublimiereu von der Faser gänzlich zuverschwinden. Martiusgelb, Auilingelb, Flavaurin, Flavanilin, Chrysanilin,Uranin kamen nur vorübergehend in allgemeinen Gebrauch. Das reinsteGelb von grosser Lichtechtheit wird von Chinolingelb (sprit- und wasser-löslich) und Thioflavin geliefert, rötere Töne werden mit Azosäuregelb, Cur-