Band 
Zweiter Band.
Seite
291
JPEG-Download
 

Das Orange. Das Braun.

291

cumin extra, Metanilgelb und Säuregelb D erzielt. Echtgelb, Metanilgelbund Brillantgelb $, die dem Flavin ähnliche rotstichige Nuancen liefern,werden in sehr schwach sauren Bädern gefärbt, da ein Säureüberschuss dieNuance ins Rötliche treibt. Naphtolgelb S steht in Bezug auf Lichtecht-heit dem Säuregelb nach. Tartrazin, Azoflavin, Walkgelb, Thioflavine,Thiazolgelb und Auramin ergeben ziemlich wasch- und lichtechte reingelbeNuancen. Alkaligelb, Primulin, Sonuengelb, Diamingoldgelb und Antliracen-gelb sind alkaliecht und schwefelecht; Dianiingelb und Chrysamin gebenzwar echte, aber unreine, trübe Töne.

Seit dem Mittelalter stand Orlean als ein glänzender Orangefarbstoffund einer der glänzendsten Farbstoffe überhaupt in berechtigtem Ansehenund wird noch gegenwärtig trotz des ziemlich hohen Preises in ausgedehn-tem Mafse zur Erzielung walkechter Farben angewendet. Die Orleanfarb-stoffe werden durch Auskochen mit Pottasche (50—60°/ 0 vom Gewicht desFarbstoffs) ausgezogen und lassen sich eigentlich nicht in gelöstem, sondernnur in äusserst fein suspendiertem Zustande anwenden; da die Bäder nicht„auszieheu“, so werden sie kontinuierlich verwendet. Es ist in Betracht zuziehen, dass die Nuance durch nachträgliches Avivieren mit Säuren oderdurch Alaunieren gerötet wird. Die künstlichen orangen Farbstoffe sindmit wenigen Ausnahmen von geringer Echtheit in der Wäsche und Alkaliengegenüber, dagegen von ziemlich bedeutender gegen Licht und Witterungs-einflüsse. Die früher sehr gebräuchliche Aurantia ist vollständig verlassenworden. Von den neueren Farbstoffen liefern die gelbstichigen Ponceausund Scharlachs orange Töne; dann kommen die eigentlichen Oranges in ver-schiedenen Nuancen und einige substantive Farben, wie Kongoorange etc.,in Betracht, die ihrer Alkalibeständigkeit halber verwendet werden. Schliess-lich sind die basischen Farben, Phosphin, Toluylenorange und Acridinorangezu nennen, die ebenfalls von ziemlicher Echtheit sind.

Zur Herstellung von Braun war man in früheren Zeiten auf Kombina-tion von Blauholz, Gelbholz und Rotholz angewiesen. Daneben spielte dasSandelholz (Pterocarpus santaliuus), dessen färbendes Prinzip Sautalin C 15i/, 4 0 5 dem Haematein am meisten ähnelt, in den Offizinen früherer Seiden-färber nicht nur für Braun, sondern auch für Modefarben eine sehr wich-tige Rolle. Das Auskochen geschah mit schwach alkalischem Wasser, ausdem der Farbstoff beim Färben durch successiven Zusatz von Essigsäure aufdie Faser niedergeschlagen wurde; die Färbemethode glich der von Rotholz.In der modernen Seiden Färberei wird Sandelholz so gut wie gar nicht be-nutzt, es wäre aber aus manchen Rücksichten wohl geeignet, beim Bräu-nungsprozess der Schwarzfärberei Gelbholz etc. zu ersetzen. Seit 1850datiert die Einführung des Katechubrauns, das noch gegenwärtig für wasch-echte Farben im Gebrauch ist. Sonst wird heutzutage das Braun aufStrangseide nur selten mit einem einheitlichen Farbstoff erzielt, sondernmeist wie Modefarben hergestellt. Von den basischen Farben, die in frischemSeifenbade bei 50—60° gefärbt werden, liefern Toluylenbraun, Vesuvin und

' 19 *