Das Schwarz.
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stärkeren Hervortreteu des Gelb im Verein mit dem Blau des Violetts; beikünstlichem Licht hingegen tritt das Gelb fahler, das Violett aber röterhervor. Am schwierigsten sind Olive und Kupferfarben herzustellen; fürdieselben mögen die nachstehenden Regeln gelten. Aus der scheinbaren Ver-änderung des Musters bei Gaslicht soll man sich vor allem über die An-wesenheit von Violett oder Fuchsin vergewissern, welche sich durch dasangegebene Verhalten und einen gewissen markanten Farbeuschimmer zuerkennen geben. Ist eine im Versuchsbade ausgeführte Probe sowohl beiTag wie bei Licht im Vergleich zum Muster nicht rot genug, sondern etwasgrünlicher, so kann man dem durch Hinzufügen von Rotviolett abhelfen.Erscheint die angefärbte Probe zu rot, so fügt man so lange vorsichtigetwas Grün hinzu, bis die erforderliche Nuance erreicht wird. Im allge-meinen deckt man den überflüssigen Schein durch Aufsetzen der Koraple-mentärfarbe, soweit dies ohne Schaden für die gewünschte Nuance thunlichist. Ist die Färbung bei Tageslicht zu rot, bei Licht dagegen zu grün, sogiebt man Gelb und Blauviolett hinzu. Der grüne Ton, den das geeigneteMischverhältnis beider Farben zu geben vermag, komplementiert das Rot,während das Gelb bei Lampenlicht zurücktritt und das bei künstlicher Be-leuchtung stets röter erscheinende Blau violett das Grün, wie es bei künst-lichem Licht sich zeigt, neutralisiert. Ist umgekehrt die Färbung beiTageslicht zu grün und bei künstlichem Licht zu rot, so kaun man demdurch Hinzufügen von Orange und Methylgrün abhelfen; in geeignetemVerhältnis wird der grünblaue Stich bei Tageslicht durch das Orange kom-plementiert, während das bei Lampenlicht gelber erscheinende Orange mit■dem auch bei künstlicher Beleuchtung seine Farbe behaltenden Grün denrotbläulichen Schimmer verdeckt.
Die Herstellung schwarzer Nuancen auf Straugseide mittelst künstlicherFarbstoffe findet eine nur beschränkte Anwendung, nämlich in den Fällen, wo■eine besondere Licht- und Wetterechtheit, weiter Säureechtheit, die denmeisten aus natürlichen Farbstoffen hergestellten Schwarz abgeht undschliesslich Schwefelechtheit erforderlich ist, welche wohl den erschwerten,nicht aber den einfachen Blauholzschwarz eigen ist, u. s. w. Es muss be-merkt werden, dass die meisten künstlichen Schwarzfarbstoffe, deren Her-stellung, nebenbei bemerkt, noch vor kurzem ein unlösbares Problem zusein schien, auch gegenwärtig nicht vermögen, ein absolutes Schwarz zuschaffen, sondern mehr oder minder grau- oder blauschwarze Töne erzeugen,die nur durch Zusatz von komplementären Nuancierungsfarbstoffen in dasneutrale tiefe Schwarz verwandelt werden können.
Bezüglich der Echtheit steht, abgesehen von dem direkt in der Fasererzeugten Anilinschwarz, natürlich das Alizarinschwarz in erster Reihe. DieSeide wird in einem Bade aus 60—75% essigsaurem Chrom von 8—9° Bebei Siedehitze während 1%—2 Stunden gebeizt, wobei das Chromacetatdurch die Hitze dissociiert und von der Faser in Form von Chromoxyd auf-genommen wird, während die Essigsäure entweicht; diese Beizmethode ist