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Die Modefarben.
rotstichiges Chrysoidin ziemlich echte Färbungen. Zu den Säurefarben, diekochend fixiert werden, gehören Säurebraun, das alkaliechte Azosäurebraun,Echtbraun, Resorcinbraun und Naphtylaminbraun, schliesslich zu den sub-stantiven ßenzobraun, Diaminbraun und Alkalibraun.
Ebenso wie für Braun giebt es für andere tertiäre Farben, wie Grau,Stahlblau, Grün- und Gelbolive, Heliotrope etc. einheitliche Farbstoffe ausverschiedenen Gruppen, die jedoch, ausser für Halbseidengewebe, nur aus-nahmsweise Verwendung finden. Die meisten dieser Nuancen, die nichtsanderes sind, als durch Zusatz einer Komplementärfarbe ins Graue nuan-cierte, also getrübte Übergangstöne der drei Grundfarben Rot, Gelb undBlau, werden als Modefarben bezeichnet. Jede Modefarbe lässt sich dahermit einem Gemisch aus Rot, Gelb und Blau bez. aus Orange und Blau oderGrün und Rot oder Violett und Gelb erzeugen.
Eine mit mehreren Farbstoffen erzielte Färbung erscheint nur bei ober-flächlicher Betrachtung als Mischfarbe, indem die äusseren Schichten der-selben die verschiedenen Farbstoffmoleküle nebeneinander abgelagert enthal-ten, während das Innere der Faser im Mikroskop gewöhnlich verschiedeneFärbungen aufweist, da nicht alle Farbstoffe mit gleicher Schnelligkeitwährend des kurzen Färbeprozesses die Faser zu durchdringen vermögenund der mehr lösliche Farbstoff am weitesten vordringt. Färbt man z. B.in einem Bade mit Safflor und Indigokarmin oder Anilinblau spritl. undFuchsin, so ist der Kern der violetten Faser im ersten Falle blau, im zwei-ten rot gefärbt; die mit Safflor und Auiliublau gefärbte Faser dagegen istgleichmässig violett, ebenso wie die mit Indigokarmin und Pikrinsäure ge-färbte gleichmässig grün ist.
Die Wahl der Farbstoffe und Färbemethoden richtet sich bei der über-aus grossen Anzahl der zur Verfügung stehenden Farbstoffe, abgesehen vonden ökonomischen Rücksichten, auch nach der Echtheit, die man erzielenwill und nach dem Umstande, ob die gegebene Modefarbe eine Lichtfarbesein soll. Auf Grund des Musters, seines Verhaltens gegen Seife, Alkaliund Säure und auf Grund seiner scheinbaren Veränderung bei künstlicherBeleuchtung beurteilt man, welche Farbstoffe benutzt werden können. Eskommt öfter vor, dass man zu einem und demselben Gewebe Partien gleich-farbiger Seiden, die bei verschiedenen Färbern hergestellt worden sind, be-nutzen muss; sind die Farben daun nicht alle lichtpassend, so wird das•einfarbige Gewebe bei Gaslicht z. B. „scheckig“ erscheinen. Stellt manz. B. eine Goldchamoisfärbung einmal aus Naplitolgelb, Orange, Säure-grün 4 B und Indigoersatz und ein andermal aus Naphtolgelb, Orangeund Violett (bläulich) her, so erscheint bei künstlicher Beleuchtung dieerstere Färbung goldoliv, die letztere griinoliv. Bei künstlichem, alsoan gelben Strahlen reichem Licht erscheint Gelb fahler, Orange gelber,Säuregrün grüner, Violett und Fuchsinrot bedeutend röter als bei Tages-licht. Ein Gemisch von Gelb und Blauviolett erscheint somit bei Tagegrüner und bei Licht röter, d. h. trüber, entsprechend dem beim Tageslicht