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Zweiter Band.
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Tussahfärberei.

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dass die Faser selbst angegriffen wird, nicht mehr durch kräftigeres Bleichenentfernen. Manchmal schafft ein kurzes, aber energisches heisses Seifennach dem Bleichen Abhilfe. Dieses Seifen greift indessen die Faser ziem-lich an und darf nur von kurzer Dauer (10—15 Minuten) sein. Besondersbei sehr hellen Farben, wie Weiss in allen Nuancen und Himmelblau, machtsich der besprochene Umstand der Streifigkeit geltend, weniger bei Creme,Rosa u. a., weil der stets mit Gelb vermischte Ton der gebleichten Tussahdie letzteren Nuancen weniger zu beeinträchtigen vermag. Aus den ange-deuteten Gründen zieht man ebenfalls vor, alle hellen Nuancen im Seifen-bade aufzufärben; natürlich können hierzu nur basische Farbstoffe und dieAlkalifarben Verwendung finden.

Die zweite Schwierigkeit beim Färben der Tussah besteht darin, dassdie dunklen und selbst die dunkelsten Töne, wie das beinahe ins Schwarzspielende Marineblau, nie satt und in voller Wirkung zur Geltung kommen.Die Ursache hiervon liegt darin, dass die Faser, wie bereits erwähnt, keinegenügende Menge Farbstoff aufnimmt; andererseits kommt hier die äussereBeschaffenheit der Tussahseide in Betracht, welcher daher hier nochmals einigeWorte gewidmet werden mögen. Die wilde Seidenfaser ist nicht rund zylin-derförmig wie die der echten Seide, sondern flach. Ferner ist ihre Substanznicht in dem strikten Sinne homogen, wie die der absolut strukturlosenMaulbeerseide, sondern sie besteht aus einer Anzahl (15—25) parallellaufen-der, miteinander verschmolzener Fäserchen. Die letzteren sind unter demMikroskop an den Rissstellen einzeln zu unterscheiden und verleihen derOberfläche der Tussah ein unglattes geriffeltes oder gestreiftes Aussehen.Dazu kommt noch, dass die Tussah das Bestreben zeigt, sich zu drehen undeine zwirnbandähnliche Gestalt anzuuehmen, wodurch sie, nur mit blossemAuge betrachtet, viel von dem ruhigen, wohlthuenden Glanz der rundenechten Seide verliert und ein schimmerndes, unbeständiges Aussehen zeigt.Nach der anderen Seite hin unterscheidet sich auch das Tussahfibroin imVerhalten gegen Lichtstrahlen wesentlich vom echten, indem es das ein-fallende Licht weniger absorbiert als abstrahlt und der Faser ein glas-artiges und leeres, obwohl lichtfunkelndes Aussehen verleiht. Dieses schim-mernde Äussere der Tussah macht die dunklen Töne, die bekanntlich, umwirklich dunkel zu erscheinen, nur wenig Licht abstrahlen dürfen, farben-leer. Bei Schwarz kommen diese Umstände besonders in Betracht, und dieKrzielung eines satten schwarzen Tons ist so bei der Tussah schon aus reinphysikalischen Gründen ein Ding der Unmöglichkeit.

Die für das Schwarzfärben geltenden Methoden sind bei der Tussahungefähr dieselben, wie bei der echten Seide, doch ist die Arbeitsweise demchemischen Charakter der Faser gemäss eine abweichende. Da das Schwarz-färben der Tussah an sich wichtig ist und öfters Schwierigkeiten bietet, soMöge dasselbe etwas ausführlicher besprochen werden.

Für Englischschwarz, das besonders für bräunliche Töne geeignet ist,

Silbermann, Die Seide. II. 20