306
Tussahfärberei.
besteht die Operationsfolge im Grundieren mit 60°/ 0 Gelbholz, 20°/ 0 Eisen-vitriol und 5°/ 0 Kupfervitriol, Verhängen bezw. Ziehen in der leeren Kufe,Waschen und Ausfärben mit 300°/ 0 Blauholz unter Zusatz von 40 °/ 0 Seife.Für Tiefschwarz wird nach dem Grundieren und Oxydieren in warmemSodabade gewaschen, heiss caclioutiert, schwarzgebeizt, warm cachoutiertund mit Blauholz ausgefärbt. Nach einer anderen Methode wird die sorg-fältig abgezogene Tussah längere Zeit mit Rostbeize von 30° Be behandelt,zweimal gut gewaschen und in ein Katechubad (mit 20—25°/ 0 Katechu)gebracht, dem zweckmässig etwas Gelbholzextrakt beigefügt wird. So guteDienste kochend heisse Katechubäder bei der echten Seide liefern, so sollman bei der Tussali doch mit grosser Sorgfalt darauf achten, dass dieTemperatur gewisse Grenzen nicht überschreitet, da sonst das Katechu vonder Faser wieder in das Bad zurückgeht. Als geeigneter Wärmegrad hatsich die Temperatur von 65—70° C. (50—55° R.) erwiesen, welche währendder ganzen etwa dreistündigen Behandlung beibehalten wird. Nach demWaschen wird mit Blauholz und Seife zwischen 55—70° C. (45—55° R.)während etwa 2—3 Stunden ausgefärbt und mit Gelatine und Essigsäureaviviert. Für blauschwarze Töne grundiert mau warm zwei- bis dreimalmit Rostbeize, sodiert, färbt mit Blauholz und Gelbholz an, beizt leicht mitholzsaurem Eisen, wäscht in essigsaurem Bade und färbt mit Blauholz undSeife aus. Ein anderes Verfahren für blaustichiges Schwarz besteht ineinstündigem Rostbade, zweistündigem Beizen in einem Alaunbade von4—5° Be und Ausfärben mit 60—70°/ 0 Blauholz, 3°/„ Gelbholz und 20°/ 0Seife. Schliesslich kann das Gallusschwarz angewendet werden, wobei manmit Rostbeize grundiert, blaumacht, abwechselnd zwei- bis dreimal durchKastanienextrakt und Schwarzbeize passiert und mit Blauholz ausfärbt.Für volles Tiefschwarz wird folgendermafsen gearbeitet: sechsstündiges Rost-beizen von 30° Be, Sodieren, Blaumachen (mit 12°/ 0 Blutlaugensalz und9°/ 0 Salzsäure), Waschen, Alaunieren von 5° Be, Waschen, Behandeln mitEisenvitriol (25 °/ 0 ) und Ausfärben bei Siedetemperatur mit 60 °/ 0 Blauholz,15—25 °/ 0 Gelbholz und 25°/ 0 Seife. Die fertig gefärbte Tussah wird inder üblichen Art mit Ol aviviert. Baumöl (für feinere Tussahsorteu) oderbilligere Pflanzenöle werden durch kräftiges Schütteln mit Pottaschenlaugeund längeres Erhitzen am Bajonettrohr in Emulsion übergeführt und demlauwarmen, angesäuerten Avivierbade zugesetzt. Mau rührt das Bad starkum, zieht die Tussah schnell und gleichmässig im kalten Bade etwa 5 Mi-nuten lang, windet ab und centrifugiert. Die Menge des Öls richtet sichnach der Art des Seidengarns und seiner späteren Verwendung; für Or-gansin wird mehr genommen als für Trame, gewöhnlich 5—8°/ 0 , für Gregeselten mehr als 3%. Diese Art des Avivierens übt auf die Festigkeit undElastizität der Tussah einen günstigen Einfluss aus, trübt aber anderer-seits die aufgefärbte Nuance, öfters um mehrere Töne, ein Umstand, derbeim Bemustern zu berücksichtigen ist und bei der Herstellung dunkler