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Zweiter Band.
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Stöckfärberei.

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ausbreitet, und das dann zu einer Trommel zusammengerollt wird. DerKammzug kann in diesem eingepackten Zustande bequem gehandhabt undin kochend heissen Fiirbebädern ohne Gefahr behandelt werden. Die eigent-liche Copsfärberei, d. i. das Färben der Seidengarne auf Spulen und Kötzernin aufgewickeltem Zustande, wie es für Baumwolle mit gutem Erfolg be-trieben wird, ist für Seide bis jetzt noch nicht im Gebrauch.

Nach dem Färben werden die Stränge entweder mit der Hand oderauf Stöcken, oder endlich auf den schon früher erörterten Waschmaschinengewaschen. Alsdann folgt das Ausschleudern in der Centrifuge, die mitRiemenantrieb oder direktem Dampfmotor arbeitet, und zuletzt das Trocknen,welches in der Trockenkammer, die mit Rippenheizrohren geheizt wird, auflangen Stangen geschieht. Auch kommen mitunter die in Fig. 140 abge-bildeten Schnelltrockenapparate in Anwendung.

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Das Färben der Seidenfaser im Gewebe ist in engerem Sinne zwaridentisch mit dem Färben im Strang, doch erheischt die Natur des Seiden-stoffes zur Vermeidung von Falten, Farbknittern und sonstigen in derStöckfärberei vorkommenden Fehlern eine noch weit sachgemässere undvorsichtigere Behandlung. In den meisten Fällen werden die Seidengewebe,und zwar nicht nur die schweren, sondern auch die leichten, bei denenFaltenbildung weniger zu befürchten ist, nicht auf dem Haspel im Strang,sondern in ganzer Breite gefärbt. Die dazu verwendbaren Maschinen sindteils von der für andere Textilien üblichen Bauart, teils in anderer eigen-artiger Weise konstruiert.

Die Regeln über die Zusammensetzung und Konzentration der Bäderund die Einhaltung der Temperaturgrenzen etc. sind die nämlichen, wie diebereits im allgemeinen Abschnitte erörterten und bedürfen hier keinerWiederholung.

Als Hauptvorteil des Stückfärbens gegenüber dem Färben im Strangist hervorzuheben, dass das Färben dabei den Herstellungsprozess beschliesst,die Nuancen demnach dem Schmutzen nicht unterworfen sind. Ferner istdie Verarbeitung roher Seide gegenüber der der gefärbten eine viel be-quemere und billigere. In kommerzieller Hinsicht lassen sich in flauenZeiten, wo der Absatz stockt, und daher das Rohmaterial billiger ist, ohnegrosses Risiko bedeutende Vorräte roher Seidengewebe auhäufen, was mitden fertigen Stoffen schon aus rein technischen Gründen unzulässig ist, dasowohl das Gewebe wie die Farbe und Appretur beim Lagern leiden. BeimAufschwung des Konsums oder bei einem Modewechsel lassen sich die rohenGewebe jeweilig in den gangbarsten Nuancen hersteilen und in Menge aufden Markt werfen, so dass man die günstige Konjunktur damit ungleichrascher und besser auszunutzen im stände ist, als mit den wenigen Posten,.