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Zweiter Band.
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Wollseidenfärberei. Entbasten und Bleichen.

einigen Stellen der Zusatz von Wasserglas zu den Reiuigungsbädern em-pfohlen, das der Wolle etwas Härte beibringt und gleichzeitig den Seiden-bast auflöst. Nach Steinbeck kann von der Reinigung mit Seife fastgänzlich abgesehen werden, indem die Stücke im Jigger mit 0,3 prozentigerSalzsäure behufs Auflösung der Schlichte etc. bei einer Temperatur von60—100° C. behandelt werden, wonach man pro 1000 1 Flotte 6 kg phos-phorsaures Natron hinzufügt und das Bad während 2—3 Stunden nahe bei90° erhält, bis vollständige Entbastung der Seide stattgefunden hat; zumSchluss führt man noch durch Seife. Für losere Stoffe wird im Jiggeretwa V *— 3 U Stunde mit öprozentiger Seifenlösung bei 60—70° imprägniert,die Ware auf einen perforierten Zylinder aufgedockt und in einem derDekatiervorriclitung mit geschlossenem Kessel ähnlichen Apparat (C. G. Hau-bold jr.) gedämpft, wobei der Dampf von aussen nach innen durch dieWare strömt und die Bastseife mit sich reisst. Nachdem die letztere auf-gehört hat zu fliessen, dämpft mau noch einige Zeit und setzt durch einenseitlich angebrachten Trichter 2°/ 0 Essigsäure hinzu, die im Kessel durchden Dampf zerstäubt wird. Nach kurzer Zeit wird das Dampfventil und,um den Austritt der Essigsäure zu verhüten, auch das Ablassventil ge-schlossen und in den Kessel kaltes Wasser eingelassen. Für festgewebteStoffe, wie Gloria, ist der Apparat weniger geeignet als für Beugalinesund Möbelstoffe, weil die Dampfdurchströmung in den ersteren nicht gutvor sich gehen kann. Die Dampfspannung beträgt */ 2 —2 Atm., je nachder Webart und der später zu färbenden Nuance, indem für helle ein ge-ringerer, für dunklere ein grösserer Druck erforderlich ist. Es sind auchVorrichtungen in Vorschlag gebracht worden, die das Prinzip befolgen, dieSeidenflotte vermittelst Pumpen durch die auf einem perforierten Zylinderaufsedockte Ware hiudurchströmen zu lassen und auf diese Weise die

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Faltenbildung etc. zu vermeiden.

Nach dem vollzogenen Entbasten wird in allen Fällen kurze Zeit ge-dämpft, wozu fast alle Arten Dekatierapparate, sowohl mit geschlossenemKessel, wie mit offener Dämpfwalze geeignet sind. Der Druck beträgt1—t 1 /^ Atm. und die dabei zu beobachtenden Vorsichtsmafsregeln sind dienämlichen, wie bei der Appretur der Wollenstoffe.

Die weitere Behandlung besteht im Bleichen der naturgelben Wolleund Seide, das jedoch naturgemäss nur in den Fällen notwendig wird, wodie Stoffe für Weiss und sehr helle Farben ohne Gelbton bestimmt sind.Das zuverlässigste Bleichmittel bildet die schweflige Säure und zwar inGasform. Das Gewebe wird durch die Schwefelkammer etwa in der Weisewie durch einen kontinuierlichen Oxydier- oder Dämpfapparat ununter-brochen langsam hindurchgeführt. Zuweilen wird eine wässrige Lösung vonSchwefeldioxyd oder Bisulfit und ein darauf folgendes Salzsäurebad ver-wendet, in allen Fällen muss jedoch, um die Rückbildung des gelben Farb-stoffs zu verhüten, mit der erforderlichen Sorgfalt gewaschen werden;schwache Schwefelsäurebäder, welche die Eigenschaft haben, den farblosen