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Halbseidenfärberei. Allgemeines.
nach dem gegenseitigen Verhältnis der beiden Faserstoffe, als nach derenQualität und Reinheit richtet. In der Regel werden die Bäder mit 10%Soda und 10—15% Seife angesetzt; man geht bei 40—50° ein und steigertdie Hitze allmählich bis zum Sieden, das man, ohne die Flotte aufwallenzu lassen, so lange fortsetzt, bis die Seide den richtigen Griff und Glanzangenommen hat. Gewöhnlich ist dies nach einer bis anderthalb Stundender Fall, worauf man in lauwarmem, mit Soda versetztem Wasser spültund wäscht. Wenn Weiss oder helle Farben gefärbt werden sollen, mussdas Gewebe gebleicht werden. Welches Verfahren hierbei einzuschlagen ist,richtet sich nach der Reinheit der eiueu oder anderen Faser; ist es dieder Seide, so wird mit schwefliger Säure oder Bisulfit gebleicht, die derBaumwolle, so wird in kaltem Permanganatbade oxydiert und in ebenfallskaltem Bisulfitbade entfärbt. Diese letztere Bleichmethode kann indessennur für kleinere Partien Verwendung finden, da die Operationen rasch undunmittelbar nacheinander vollzogen werden müssen, um das Angreifen derBaumwolle infolge der Bildung von Oxycellulose zu verhüten. In neuererZeit findet das Natriumsuperoxyd für diesen Zweck ziemlich ausgedehnteVerwendung, doch muss man auch hier einige Vorsicht walten lassen, umder Entstehung der Oxycellulose vorzubeugen.
Wie bei den Wollseidengeweben, so giebt es auch hier das Ein- unddas Zweibadverfahren, doch besteht das erstere in Wirklichkeit nur theo-retisch, indem auch in den Fällen, wo ein bestimmter Farbstoff sowohl vonder Seide, wie der Baumwolle aufgenommen wird, ein besonderes Bad be-hufs Nuancierung der einen oder der anderen Faser notwendig wird. Daseigentliche Zweibadverfahren, d. i. das Färben in getrennten Bädern, bestehtdarin, dass man zuerst die Seide in schwachsaurem Bade mit leicht egali-sierenden sauren Farbstoffen anfärbt; eiu Zusatz von Bastseife ist auch hierinfolge der Neigung der Baumwolle, die Fette zu absorbieren, nicht em-pfehlenswert. Bei denjenigen Farbstoffen, die leicht kupfern, d. i. auf derFaser einen metallschimmernden Niederschlag verursachen, empfiehlt es sich,statt Essigsäure oder Weinsäure Salzsäure anzuwendeu. Man geht bei 60°ein und färbt bei 70—80° aus, indem der Ton einen halben bis ganzenSchein heller gehalten wird; besonders muss beachtet werden, dass dieSeide eine satte Färbung erhält, d. h. dass zur Erzielung einer bestimmtenNuance nicht eine geringe Menge eines dunklen oder ausgiebigen, sondernein höherer Prozentsatz eines helleren Farbstoffs verwendet wird, um denTon, der durch nachträgliche Behandlung der Stücke seine Frische einbüsst,von vornherein zu kräftigen. Nach dem Waschen wird in einem mit etwasSalzsäure versetzten Bade aus ca. 10% Tannin die Baumwolle gebeizt, in-dem man dasselbe zum Kochen bringt, den Dampf abstellt, mit der Wareeingeht und längere Zeit, etwa die Nacht über, liegen lässt. Nach einemkurzen aber umsichtigen Waschen zuerst in lauwarmem, dann kaltemWasser wird der Gerbstoff mit Brechweinstein fixiert und die Baumwolle infrischem, ziemlich konzentriertem Bade mit basischen Farbstoffen kalt bis