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Zweiter Band.
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Seidenzeugdruckerei in früheren Zeiten.

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war die Einführung der Dampffarben 1 j. Die eigenartigen physikalischenEigenschaften der Seidenfaser brachten es mit sich, dass zur Hervorbringungscharfer Zeichnungen eine Vorbereitung des Stoffes mit Metallbeizen nötigwurde, die auch zur Erhöhung des Glanzes der Farben beitrug. Als solchewurden verwendet Alaun, essigsaure Thonerde, Zinnsalz, Chlorzinn, oder einGemisch von Chlorzinn und Weinstein. Die Zusammensetzung der Dampf-farben, die mit Stärke oder Gummi verdickt wurden, unterschied sich nichtviel von der im Baumwolldruck gebräuchlichen. Für Rot und seine Ab-stufungen spielte Cochenille in ihren verschiedenen Lösungsformen die grössteRolle. Als fixierende Metallsalze wandte man Zinnsalz im Verein mit Chlor-zinn, als lacklösende Stoffe Oxalsäure und ihre sauren Salze an. Für Ama-ranthtöne bestand die Farbe aus ammoniakalischer Cochenille, Alaun undOxalsäure. Seltener wurde Rotholz, sei es allein oder in Gemeinschaft mitCochenille, verwendet. Besonders wichtig war die letztere auch für Violett,wo sie neben Blauholz, sowie namentlich Indigokarmin und Alaun mitOxalsäure verwendet wurde. Für Blau waren mehrere Methoden im Ge-brauch und zwar, abgesehen von dem Blauholz-Thonerdelack, eine mit In-digokarmin, und eine mehr komplizierte aus einem Gemisch von Blutlaugen-salz, blausaurem Zinn und organischer Säure. Häufig wurde das Zinnweggelassen und die Farbe lediglich durch Dämpfen eines Gemisches vonBlutlaugensalz, Weinsäure und Schwefelsäure entwickelt. Für Grün wurdenKombinationen von Kreuzbeeren, Quercitron, später Pikrinsäure mit Indigo-karmin und Blutlaugensalz, mit Alaun und Weinsäure als Fixierungsmittel,verwendet. Gelbe Farben erhielt man aus Gelbbeeren und Alaun undnuancierte mit Chlorzinn; für Orange verwandte man auch Orlean undPottasche. Die Zusammensetzung der braunen Farben war die übliche,indem Gemische von Quercitron, Blauholz und Rotholz, sowie Orseille mitAlaun, Kupfersalzen event. Weinsäure verwendet wurden; eine besondereArt war das Katechubraun aus Katechu, Salmiak und weinsaurem Kupferoder Eisen. Für Schwarz bestand die Farbe aus Blauholz, zuweilen mitIndigokarmin oder Galläpfeln, und einem mit Wein- oder Oxalsäure ver-setztem Gemisch von Eisen- und Kupfersalzen. Seltener war sie aus Gall-äpfeln und Eisensalzen zusammengesetzt. Was schliesslich die Modefarbenanlangt, so spielten hier das Blauholz, Rotholz und Katechu die wich-tigste Rolle.

Eine besondere Gruppe der Druckfabrikate bildete der sogenannteKrappfarbendruck, eine Spezialität, die noch gegenwärtig für Halstücher(Foulards) von nicht geringer Bedeutung ist. Das Verfahren besteht darin,dass einfache oder zusammengesetzte Beizen aufgedruckt, durch Verhängenin feuchter Atmosphäre fixiert werden und der nicht befestigte Anteil ineinem Bade aus Weizenkleie und etwas Sumach abgezogen wird. DieseHeizen bestehen aus mit Stärke und Pfeifenthon verdickten essigsauren

') Silber mann, Lehnes Färber-Zeitung. 1896.