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Zweiter Band.
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Scheuern.

linder, aber wirkungsvoller Weise bearbeitet, indem sowohl die Kett- wiedie Schussfäden von ihrer gegenseitigen Verklebung frei werden. Die Vor-richtung hat, abgesehen von ihrer milden, das Gefüge des Stoffes intaktlassenden Wirkungsweise, noch die gute Eigenschaft, dass sie nicht wieandere Maschinen durch Reibung den unliebsamen Glanz verursacht. DieMaschine von Monforts 1 ) setzt sich aus einer Reihe rotierender Walzenzusammen, die sechs sternartig angebrachte gerade oder spiralförmig ge-wundene Messer tragen. Die letzteren haben eine wellenartig geformteArbeitskaute, so dass sie dem Gewebe eine schnell wechselnde Wellen-bewegung mitteilen, wodurch die Gewebemaschen alternativ erweitert undzusammengezogen werden und die Appreturmasse gebrochen wird. In derMaschine von Bonnet 2 ) wird das Gewebe dadurch geschmeidig gemacht,dass es mit Druck über 15 mm grosse in Bewegung befindliche Glaskugelnhingleitet.

Für manche Stoffe ist es sowohl zur Hervorbringung eines besonderenAussehens, als auch um den Griff voller zu gestalten, erforderlich, dieFäden in genau parallele Lage zu bringen und gleichzeitig etwas von derStofffläche hervorzuheben; man erreicht das mittelst besonderer Maschinenmit schnell rotierenden Bürsten.

Von ganz entgegengesetzter, obwohl scheinbar analoger Wirkung sinddie sogenannten Reib- oder Scheuerinascbiuen (gla 9 age), die den Zweckhaben, die Fäden in den Stoff hineinzudrücken und der Fläche desselbengrösstmögliche Glätte zu verleihen. Es giebt Scheuermaschinen für Längs-und solche für Querreibung, auch hat man beide Arten kombiniert. In derMaschine von Neiss 3 ) sind die im Zapfen gelagerten bogenförmig ge-krümmten Scheuermesser an einem Wagen angebracht, der hin und her be-wegt wird, so dass dieselben in pendelartig schwingende Bewegung kommen.Briem 4 ) bearbeitet das Gewebe auf der einen Seite mit Messern, die aufsenkrecht zur Gewebebahn stehenden Wellen angeordnet sind und einewagerecht rotierende Bewegung haben, und auf der anderen Seite mitMessern, welche spiralförmig auf Walzen aufgezogen sind. Um die Ma-schine zum Offnen des Flors bei Sammet und dergl. zu benutzen, werdendie wagerecht rotierenden Messer durch Bürsten ersetzt. In der Maschinevon Conze & Colsman 5 ) wird die Schwingungsweite und somit der Wir-kungsgrad der in einem parallel zum Stoff sich hin und her bewegendenGleitstücke drehbar gelagerten Scheuermesser dadurch verändert, dass derAbstand zwischen den Drehpunkten der Messer und den über bezw. unterden Messern angeordneten Führungen eine Veränderung erfährt. Um denStoff sowohl in der Breite als auch in der Länge scheuern zu können,wird derselbe nicht senkrecht zur Bewegungsrichtung der Messer, sondernparallel zu derselben durch die Maschine geführt. In der Maschine von

‘) D. R.-P. 71146. — a ) Franz. Patent 181604. — s ) D. R.-P. 43765. — *) D.R.-P. 47285. — 6 ) D. R.-P. 52434 und 56138.