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Erster Band.
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Schachmythologie,

gab den Befehl, in allen Provinzen seines Reiches die Beschichten der altenKönige, die Alt-Iranische Sage, zu sammeln. Die so zusammengebrachtenMaterialien wurden in die Bibliothek der Säsäniden niedergelegt und späterauf Geheiss des Jesdedscherd (f 641) geordnet und vervollständigt. DenAuftrag zu dieser Arbeit erhielt Danischwer und brachte das Werk unterdem Titel Chodai-Nämeh, d. h. Königsbuch, zum Abschluss. * Das in Pehlwigeschriebene Buch liess Jakub Ben Leis, der Stifter der unabhängigenmuhammedanischen Soffariden-Dynastie, gegen Ende des IX. Jahrhundertsin's Parsi übersetzen und durch Hinzufügung der noch fehlenden Ereignissevervollständigen. Zwischen den Jahren 961 976 beauftragte Belami, dergelehrte Vesier des Abu-Salih-Manssur, einen mit poetischem Talent begab-ten Anhänger der Zoroastrischen Lehre, Namens Dakiki, die Sammlung derIranischen Geschichten in Verse zu bringen. Allein Dakiki vollendete nichtviel über tausend Verse. Erst unter Mahmud I. von Gasna (9971030)gelangte das gestörte Werk zur Ausführung und wurde die Heldensagevon Iran durch Abu 1 Kasim Manssur (9401020), bekannter unter demNamen Firdausl, d. h. der Paradiesische, in einem grossen Gedichte verewigt.Nach zwölfjährigem, durch gehäufte Widerwärtigkeiten verbittertem Aufent-halte am Hofe zu Gasnin 9991011, vollendete Firdausl im 71. Lebens-jahre (1011 n. Chr.) sein unsterbliches Epos von sechzigtausend Doppel-versen: Schäh-Nämeli (Königsbuch).

Die Bestandtheile, aus denen der grosse Körper des Schäh-Nämeh zu-sammengesetzt ist, sind: 1. Die Königs- und Heldensage von Iran mit einermystisch-symbolischen Einleitung; 2. Eine sagenhafte Ueberlieferung derspäteren persischen Geschichte von der Zeit der letzten Nachkommen desDarius Hystaspis bis zum Sturze der Säsäniden.Diesen ganzen späterenTlieil des Gedichts kann man am füglichsten den poetisch verzierten Chro-niken vergleichen, deren das Mittelalter so viele aufzuweisen hat 3 ). Zuder bunten Reihe der zuweilen novellenartigen Erzählungen aus der Säsä-nidenzeit gehört nun auch der poetisch ausgeschmückte Bericht über dieangebliche Einführung des Schachspiels am Hofe des Nüschirwän,auf den wir weiter unten ausführlich zurückkommen.

Ibn Challikan (geb. zu Arbela in Mesopotamien 608 = 1211, Kad r izu Kähira in Egypten und zu Damask in Syrien , f 681 = 1282):Ichbin vielen Personen begegnet, welche glaubten, es sei a r s 'Suli (s. unterMas'üdip. 3) der Erfinder des Schachspiels, aber dies ist ein Irrthum, da das Spieldurch Sissa Ibn Dahir den Inder zur Unterhaltung des Königs Shihräm er-funden wurde. Ardashir Ibn Babek, der Stammvater der letzten persischenDynastie, erfand das Nerdspiel, das daher nerdashir (also nerd Ardashir)

ler, 1852, p. 19G: A. Weber, Indische Skizzen, 1857, pp. 107108; Pantscha-tantra, Fünf Bücher indischer Fabeln, Märchen und Erzählungen. Aus dem Sans-krit übersetzt, mit Einleitung und Anmerkungen von Th. Benfey, Leipzig ,F. A. Brockhaus, 1859, Bd. I. pp. 04 ff.

3 ) Heldensage von Firdusi. ln deutscher Nachbildung nebst einer Ein-leitungüberdas Iranische Epos von Adolf Friedrich von Schack, Berlin, WilhelmHertz , 1805. 4to. Einleitung. Forbes sucht seinen Lesern das Gedicht als Geschichteaufzubinden, führt dann aber gleichzeitig (1860, p. 48, 192) in Agathias (Historialib. IV. cap. 30) und dem griechischen Interpreten Sergias am Hofe Nüschirwänseine wichtige Instanz (als hier vollkommen berechtigtes argument. e silent.) gegendas so grosses Aufsehen erregende Schachspiel am Hofe des Perserkönigs an!