Band 
Erster Band.
Seite
7
JPEG-Download
 

Schachmythologie.

7

hebr. beth, span, und ital. casu, franz. casc, im alten englischen Greco da-her Jioiifte). Wir sahen schon dass unsere Hauptquelle Masüdi 943 einenindischen König' ein Tschaturangabuch über die Berechnung der Schach-felder schreiben (noch nicht aber den Erfinder auf diesen Witz kommen)lässt * * * * * * 7 ). Der Araber Abu Jusuf Ja.ak.ub ibn Muhammed el-'Hasib(der Calculator) el-Missisi (nach Masisa, Mopsueste in Cilicien , bei Casiri,nach Missisa, einer Stadt in der Nähe des Meeres, nach Sojuti, de nomin.relat., Lugd.-Bat. 1840, p. 247) verfasste im 9.10. Jahrhundert: Ta-dhaif Bujut (sch-Schatrendsch, Verdoppelungen der Beider des Schachspiels 8 9 ).Leonardo Pisano, der Vermittler der arabischen Mathematik in Italien ,schrieb 1202 in seinem Hauptwerke gleichfalls de duplicatione scaclierii n ).Sogar die Dichter gebrauchten die Handlung als lebhaftes Bild:Ich kanndie Felder des Schachbrettes mit meinem Leid verdoppeln und:Mankann mit all' dem Guten, das zu deinem (der h. Jungfrau) Lobe gehört,tausendmal die Felder des Schachbrettes verdoppeln (Guyot v. ProvinsAltfr. Lieder 13, 5; 41, 3; Folquet v. Marseille bei Raynouard 3, 159).

Ein persischer Anonymus aus dem 15. od. 16. Jht. (Manuscript derRoyal Asiatic Society No. 250, Bland pp. 217, Forbes pp. 78 82) liefertin einem Schachwerke drei Erfindungsfabeln. I. Unmittelbar nach Alexan-ders des Grossen Eroberungszug regierte ein König, Namens Kaid, überganz Indien . Jeder Feind war unterworfen und so verging der mäch-tige Herrscher, indem sein ganzes Reich blühte, aus purer Langeweile vor

) Vgl. Weber, Vedische Angaben über Zeittheilung und hohe Zahlen (In-

dische Streifen, I, pp. 90 ff.):Die Maasslosigkeit in jeder Beziehung ist ein be-

kannter Characterzug der Inder. Ihre fabelhaften Zeitperioden mit Götterjahrenetc. sind berüchtigt genug. Ihre Zahlenangabon übersteigen alle Dimensionen der

Möglichkeit. Man hat dem Buddhismus die Schuld gegeben, durch seine Ent-fesselung der aller Realität beraubten Phantasie diese Maasslosigkeit herbeigeführtzu haben. Genährt und ausgebildet hat er sie gewiss, aber nicht hervorgerufen.

Sie ist vielmehr wohl direct ein Product der üppigen, selbst auch in ihren Schöpfun-gen wie Vernichtungen maasslosen Natur, welche den einwandernden Arier inHindostan empfing. . . So im MBhärata 2, 214344, wo Yudhishthira seine lieicli-thiimer, die er im Spiele einsetzen will, aufzählt, in folgender Gradation: ayutain

10,000, prayutam 100,000, padmam (Lotusblume) Million, kharvam (gezwergt)10 Mill., arvudam 100 Mill., nikharvam (eingezwergt) 100,000 Mill., koti (äussersteSpitze) Billion u. s. w. bis saparam (mit dem Höchsten verbunden) 1000 Billionen.Die Palme aber trägt das Rämäyana davon, welches sich VI, 4, 5061 bis zu

10,000 Sextilionen (eins mit vierzig Nullen) versteigt: dies war die Zahl der Affen,welche der Affenfürst Sugriva dem Eävana geg^nüberstellte.Eäma schoss aufmich Hunderttausende, Millionen, zehn Millionen, zehn tausende, 1000 Millionen,100,000 Millionen von Pfeilen ist indische Poesie (MBhär. 5, 7197)!

8 ) Fihrist p. 281. Hammer (Literaturgeschichte IV, 360 No. 2403) hat:Verdoppelungen der Fehler (!) des Schachspiels, eine köstliche Ironie. Aus el-Kifti' (bei Casiri 1, 426) hat Hammer (III, 252 No. 1129) denselben Autor bereitsals ungefähr 833 lebend, allein el-Kifti giebt keinerlei Anhaltspunkt für die Zeit.

9 ) II || über Abaci || di || Leonardo Pisano || pubblicato || secondo la lezionedel eodice Magliabechiauo || C. I, 2616, Badia Fiorentina, No. 73. || da || Baldas-sarre Boucompagni || .. . || Roma || tipografia delle scienze matematichee fisichevia Lata num°. 211 || MDCCCLVII. || fol. p. 309. Vgl. über den Verfasser Bald.Boncompagnis Notizie, Roma 1854, pp. 1 4, 87 91, 209, 217, 239. Iets || overde || Uitvinding || van het Schaakspel, || benevens eenige rekenkundige vorstellenuit || de gevraagde belooning des uit- || vinders afgeleid. || Tholen, || C. A. E. vanRee, || 1844. |{ 12mo. 12 Seiten. Unter dem Vorwort: Goes, Mai 1844. P. J.K. T.