Schachmythologie.
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of the Greeks“. An sich wäre es nun allerdings komisch, wenn ein Prof,der Zoologie gegen den Verfasser des niedlichen „Rothkäppchen“ losziehenwollte, weil ja doch ein Wolf „nicht sprechen kann.“ So schaltet auchhier der Erdichter ganz frei mit der Dichtung eines Vorgängers, da dochbeide blos aus der unerschöpflichen Vorrathskammer ihrer Fantasie dieErfindung des Schachspiels hervorzaubern. Doch muss ich den Leser in die-sem speciellen Falle ausdrücklich ersuchen, die von mir in dem Citat unter-strichenen Worte nicht wieder zu vergessen!
Rhädäkänta (Asiatic Researches, Caleutta 1790, pp. 159 ff.): DasTschaturangaspiel (womit hier ein indisches Würfelvierschach gemeintwar) wurde in Ceylon, zur Zeit der Belagerung der Hauptstadt Lanka„im zweiten Zeitalter der Welt“ durch Räma, von der Gemahlin des KönigsRävana erfunden, um ihn, während der Einschliessung der Stadt mit einemBilde des Krieges zu beschäftigen 12 ). Wir fühlen auf der Stelle, dass wirendlich in Indien seihst angelangt sind.
Eyles Irwin (Canton am 14. März 1793): „Ein junger Mandarin,Namens Tinqua, hat mir ein tschinesisches Manuscript, einen Auszug ausden „Concum“ (unbekannt!) oder tschinesischen Jahrbüchern mit einemBericht über die Erfindung des Schachspiels, gezeigt. 379 Jahre nach Con-fucius oder vor 1965 Jahren (174 Jahre vor Chr.) hat der llankaiser,Kao Tsu, dessen Name Liu Fang war, einen 36 Jahre alten im Kriegeund Frieden gleich erfahrenen Beamten (ta ytian si‘), Namens Han Sing,mit mehreren Zehntausenden, Reitern und Fussvolk, ausgesandt, den König,welcher sich die Herrschaft in Tschii angemasst, zu bekriegen. So seiunverrichteter Sache der Winter hereingebrochen und die Truppen hättennach Hause zurückkehren wollen. Da hätte Han Sing das hsiang ci er-dacht, um seinen Truppen die Grillen zu vertreiben“ u. s. w. 1,! ).
Wenden wir uns nach dem Westen! Im christlichen Mittelalter musstenselbstverständlich zuerst die „Klassiker“ herhalten, um die Neugierde nachdem Ursprung des Schachspiels zu befriedigen. Ncckam (um 1180)legt es dem weisen Ulysses (Odysseus ) bei, oder es wird überhaupt„trojanisch“ (vgl. Codex I. p. 298 14 ) und dadurch (ein Erbfehler auf diesemGebiete!) mit den griechischen und römischen Spi'len identificirt, bis dieZopfzeit einstimmig den Palamedes mit der Erfindung beauftragt.
,a ) Kama, according to Sir William Jones’s (Jhronology of the Hiudoos,appeared on earth at least 3800 ycars ago; and tliis event happened in an earlypart of his career; yet, notwitlistanding these proofs (!) of antiquity and originality,Sir W. J. was of opinion, that this rudimental and complex game, is a more recentinveution than the refined game of the Persians and Europeans ; whicli he alsostates to have been certainly invented in India , and appears, therefore, to haveeonsidered the original.“ Hiram Cox , 28. Mai 1709.
13 ) The || Transactions || of the || Royal Irish Academy. = Vol. V. || Dublin :printed by George Bonham, South Great George’s-Street. || For the Academy.4to. pp. 53—63. An Account of the Game of Chess, as played by the Chinese,in a Letter from Eyles Irwin , Esq.; to the Right Honourable the Earl ofCliarlemont, President of the Royal Irish Academy . Mit 2 Tafeln. Vgl. J. S. Bing-h am ’s Ponziani (den er „Ercole dal Rio“ nennt), London 1820, p. VIII. Magazinfür die Literatur des Auslandes, No. 148, 10. Dec. 1834, p. 502: Schachspiel.
14 ) Durch diese flüchtige Identificirung aller möglichen Spiele mit Schachfielen nun auch die mythischen Erfinder dieser ganz fremden Spiele in unser Ge-biet ein. So z. B. mit dem Würfelspiel der Lyder bei Herodot auch die- Brüder