Band 
Erster Band.
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Schachromantik.

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nacli demZeugniss eines gläubigen Arabers Schach gespielt, und wenner das Spiel also nicht selbst erfunden hat, so muss er es wol vom EngelGabriel gelernt haben. Hier ist also keine Gefahr mehr, dass Herren wieDuncan Eorbes, L L. D., professor of oriental languages in King's College ,London , den Stammvater der Menschheit als Schachspieler citiren werden,denn man kennt nicht blos die Bibel besser als die indischen Halbgötter,sondern die Sache wäre überhaupt zu toll. Wenn aber auf den erstenBlick auch weniger lächerlich, so sind doch die historischen Schlüsse meinerVorgänger um nichts besser, als die Ernennung Adam's zum Scbutzherrneines Weltschachbundes, auf Grund seiner Trostpartie (mit Eva?) seinwürde. Wir wollen daher auch von dieser Seite vorab das Forschungs-gebiet von den Hindernissen der Erdichtung reinigen und gleichzeitig denwirklich historischen (d. h. hier chronologischen) Gewinn, den die Scliacli-l-omantik für uns enthält, hervorheben.

Zunächst ist auch hier, wie in der Schachmythologie, die Verwechslungder vielen von den Dichtern ganz allgemein angedeuteten Brettspiele mitdem specifischen Schachspiel zu beachten, was ich aber an dieser Stellenur mit einem einzigen Beispiele belegen werde. Im epischen GedichteIlarimnea ist von einem Spiele mit rothen und schwarzen Würfeln (v.0744) und auf einem achtfeldrigen Brette (ash/äpatla, v. 0752) dieHede. König Kukmin findet, nach den ersten vier Würfen (v. 0746) einesbegonnenen Spieles, den Tod durch seinen Gegner Balaräma, den er durchhartnäckige Abläugnung des richtigen Sachverhalts aufgereizt, und der ilmdann mit goldenen ashtäpada zu Boden schlägt, 2 ). Trotz der Würfel aberbezog Langlois 1827 in seiner Uebersetzung die Stelle auf das Schach 3 )und war Adelung (Bibliotheca Sanscrita, Petersb. 1830 p. ISO oder 1837 p.257) dadurch im Stande, eine indische Sehaehnovelle zu notiren:Tod desFürsten liukmi in Folge einer gewonnenen Schachpartie! Das Spiel istüberhaupt ein richtiger Gradmesser der Leidenschaften und so wurde esbei den Dichtern, je nachdem das Würfel-, das Brett- oder auch das Schach-spiel beliebt waren, als Mittel der unentbehrlichen Todtschläge oder sonstauch als Kriterium grosser Selbstbeherrschung und Seelenruhe bevorzugt.So wird in einer persischen Handschrift des Muhammed heu Husäm ed-Daule (im Britischen Museum, Additional 10,850 oder Pers. 151, Geschenkdes Majors Gule), im Jahre 1012 für den Fürsten (Humajun) von Delhi geschrieben' 1 ), erzählt, dass der berühmte Chalil'e Wälid, der öfter miteinem ihm überlegenen Hofmanne Schach spielte, einmal dahinter kam,

) [ Auszug aus dem Monatsbericht der Königl. Akademie der || Wissenschaftenzu Berlin.| 8vo. 4 Bll. EnthältNachträge vom 18. Juli 1872 zu WebersAbhandlung über dasindische Schachspiel.

s ) Monument iitteraires || de Finde, || ou || melanges || de litterature sanscrite;

. . || par A. Langlois. || A Paris, || chez Leiövre, libraire, || . . . || 1827. || 8vo. pp.13746: Mort de Roukmi. In seiner Gesammtübersetzung hat er indessen (I, 502,London 1834) diesen Fehler verbessert, und die betreffenden Worte des Textes(v. 6727) nicht mehr mit:vous etes habiles aux echecs, sondern:au jeu de desübersetzt, resp. nur als aufune espece de Trictrac bezüglich erklärt.

4 ) Das Manuscript ist eine Abkürzung einer arabischen Schrift des Abu Mu-hammed ihn Omar Kadschina, der (vor 1500?) el-Mundscld'h fi Ilm esch-Scha-trendschliber prospere expediens de scientia Scacchiludii (so nach Forbes p. 76),Bland p. 18 las Minhadseh, via aperta, nichtguide, was eine Art Allitterationzu Schatrandsch bietet. Vgl Hadschi Chalfa VI, 182; Virchows Archiv LU, 489.