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Das Problemschach des Mittelalters.
doppelt vor, (z. B. 16=20, 38=95=Arab. Ms. Bl. 14b, 61=65 u. s. w.)wol mit der Absicht die Führung beider Farben im Schach, die übrigens inallen Texten promiscue gebraucht werden, zu lehren. Zur Förderung derUebersichtlichkeit aber habe ich alle Probleme für den Anzug der Weissenumgeschrieben. Die noch fehlenden 23 Probleme sind unbedingte regelrechteMattjagde von 3 bis 15 Zügen, die zur Charakterisirung des alten Schachweiter Nichts beitragen*); ich darf wol annehmen, dass sich die Fysiognomieder arabisch-spanischen Probleme in den mitgetheilten drei Vierteln des Ma-nuscripts deutlich genug zeigt. Wenn wir sie uns näher ansehen, so beweisen35 und 51, dass das spanische Schach des XIII. Jahrhunderts, wie die Araber,den entblössten König, wenn der Gegner noch eine Figur neben seinem Königeauf dem Brette hatte, für ein verlorenes Spiel hielt. Die Beispiele 43,45, 46, 47, 50, 56, 57, 66 zeigen die Zunahme von Ueberkiiustelungen,welche im spätem Mittelalter mitunter recht geistlose Producte ausgeheckthaben. Dass das bestimmte Feld matt aber nicht immer eine ursprünglicheBedingung, sondern einfach eine Andeutung für die Lösung war, zeigen Bei-spiele wie 49, 52, 55, 62, denn diese Matts lassen sich weder in wenigerZügen- noch auf anderen Feldern ausführen.
Am wichstigsten für die Geschichte des Schach ist 58. Die dort vor-kommenden Vesiere sind neue, aus den bis zum Bände vorgedrungeneuFussknechten entstandene, sie sind gekrönt wie der avancirte Stein im Dam-spiel, der zur Dame, dama wird, und dessen Zugkraft dann bedeutend er-weitert ist. So auch hier der neue Fers: er kann von dem erreichten Stand-felde aus recht und quer nach allen Seiten in ein drittes Feldspringen (im gegebenen Falle von g8 nach g6, von f8 nach h6, von e8 nache6). Die Wirkung dieses Sprunges iuvolvirte aber kein Schlagen oder Schach-bieten vom Standorte aus in ein drittes Feld, d. h. ein neuer Fers konntezwar z. B. von e8 nach g8, g6, e6, c6 und c8 springen, aber nicht einemauf eins dieser Felder stehenden König Schach bieten, oder die sich even-tuell auf diesen Feldern befindlichen Figuren schlagen. Man bemerkt zugleich,dass der immer an seiner Farbe gebundene alte Fers auch nach dieserNeuerung ausschliesslich Felder seiner ursprünglichen Farbe beherrschte; diearabischen Rechnungen über die concordirenden und ungleichen Vesiere(Muwäfik und Muchälif, s. Forbes S. 121) wurden also durch die neueeinmalige Zugerweiterung im spanischen Schach nicht umgeworfen. Immer-hin aber war dieser Sprung des neuen Vesiers, zur Bereicherung des End-spiels und zur Erhöhung des Soldes des tapfern vorgedrungenen Fussgängers(denn er wurde dadurch factisch für einen Zug auch zum Alfil) entstanden, —eins der ersten immanenten Fortbewegungen des europäischen Schach überdie beengenden Schranken des arabischen Schatrandsch hinaus. Es warder erste Stoss zu einer Reformbewegung, die erst im XVI. Jahrhundert imvollendeten modernen Schach ihren Abschluss erreichte und der wir darummit Aufmerksamkeit auf allen ihren Schritten folgen wollen. Der einmal imSpiel nach allen Richtungen springende neue Fers im arabisch-spanischen Schach des XIII. Jahrhuuderts ist der Keim von Lucena’s amEnde des XV. Jahrhuuderts im Ganzen Spiele nach allen Richtungenziehenden „dama“.
Es wird nun deutlich, dass Alexander Neckain um 1180 mit flüchtigen