Band 
Erster Band.
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Lombardisches Schach .

nicht wieder aus dem Schach verschwundene Zugerweiterung des Schatrandsch,zu welcher der Sprung des neuen Fers (der Königinn) wol die Brückegelegt hat'"'), wird mit den beiden schon entwickelten Neuerungen gleichzeitigvon Cessoles symbolisirt. Der auf el stehende König durfte also einmalwährend einer Partie (entweder zur Förderung des Angriffs und der Ver-theidigung, zur schnellen Freimachung der Rochen, oder im Allgemeinenzur Verbesserung der beabsichtigten Aufstellung und Beschleunigung derFigurenentwickelung) nach e3 (als Fussgänger), f3, g2, d3 oder c2 (alsPferd), und nach g3 und c3 (als Alfil) springen. Der Sprung el e3liess sich natürlich auch anwenden auf gl und cl, wobei man, obgleich dieBewegung wesentlich dieselbe war, an die Ausdehnung des Sprunges aufdie Richtung des Roch dachte. Die Hauptstellen bei Cessoles lauten:

Da der König über Alle an Ansehen hervorragt und herrscht, geziemtes sich mit Rücksicht auf diese Würde für ihn nicht, dass er sich weit vomSitze der Herrschaft entferne. Deshalb überschreitet er, wenn er zu ziehenanfängt, nicht die Zahl von drei Feldern. Wenn er also von einem weisseuFelde (e8) zu ziehen beginnt, so folgt er dem Gange des Roch rechts undlinks, so jedoch, dass er sich links auf das schwarze Feld (b8), neben denauf Weiss (a8) stehenden Roch, und rechts auf das weisse Feld (g8), nebenden Roch zur Rechten stellen kann. . . . Diese beiden Bewegungen stehendem Könige Namens der Königinn zu, dieweil Königinn und König wegen derEhe einen Leib ausmachen. So zieht also der König vom eignen Felde, alsstände er auf dem Felde der Königinn (d8), welches schwarz ist. Ergehtaber geradeaus, wie der Roch, auf das weisse Feld (e6), ausserwenn ein Roch auf einem Felde der zweiten Reihe aufgedeckt steht. Dennwenn ein weisser [feindlicher] Roch dort auf der zweiten Reihe unbedecktstände, so könnte der König nicht mehr auf die dritte Reihe hinübergehen[d. li. der König darf nicht über ein Schach hinweg springen]. Es besitztalso der König den Gang des Roch nach rechts und links auf die Felder derRitter (g8 und b8) und [den Gang des Peons] gerade auf dem weissen Platzvor dem Kaufmann (e6). Der König befolgt und hat auch den Gang derRitter, rechts bei zwei Ausgängen, indem er von seinem Platze sich nachdem Platz des Schmieds (g7), der schwarz ist, begeben kann, aber auch nachdem leeren schwarzen Felde vor dem Weber oder Notar (f6). Auch zurLinken hat er zwei Auszüge wie ein Ritter und kann sich vor den Arzt (dti)auf das leere Feld stellen oder auf das schwarze Feld, wo die Wirthsleute(c7) stehen. So hat also der König für vier Felder den Gang des Ritters.

*) Der schrittweise bis zum Randfeld des Brettes vorgedruugene Fussgänger konnte weder vor-wärts noch rückwärts, und so ward es, damit er nicht als völlig unbrauchbares Stück eine Anomaliebildete, wie ich schon früher bemerkte, eine ganz natürliche Spielregel, ihn durch eben das Stück zu ersetzen,« das gleichfalls nur einen Schritt weit ging. Meine Deduction der Ferswerdung (wirGermanen sind nuneinmal gebome Filosofen) aus den angeblichen degradirten Königen des (vielspäteren) indischenVierschach, wobei ich ausserdem übersah, dass dort doch nur bestimmte, nichtalle FussgängerKönig werden können, ist durch die historische Auffassung dieser Abart beseitigt. Wenn derarabische Text zu der Spieleröffnung II. S. 103 die Züge specialisirt hätte, würden wir genau wissen,ob nicht vielleicht schon die Araber des 13. Jahrh. im einmaligen Anzug, sowie die Fussgänger«auch den Fers öfter einen für einen einfachen Zug zählenden Doppelschritt machen Hessen . ^ iedem sei, das europäische Schach hat die Tabiyat beseitigt und den theilweisen Doppelschritt derPeone für den Anzug verallgemeinert. Diesen behielt er auch als Fers uud machte von der Stelleder Verwandlung wieder einen Doppelschiitt (es war ja sein zweiter Anzug, als Baidaq-Fers). DerGedanke, den ursprünglichen Fers und dann selbstverständlich auch den König mit diesem Privi-legium auszustatten, lag nun ziemlich nahe, wir sehen ihn wenigstens bald verwirklicht.