Band 
Erster Band.
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283
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Lombardisches Schach.

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Die Bewegung des Richters (Alten) befolgt der König bei zwei Ausgängen,indem er sich rechts auf das weisse leere Feld vor dem Schmied (g6) undlinks auf das weisse leere Feld vor den Gastwirth (c6) stellt. Diese Ausgängehat der König, wenn er auf seinem eigenen Platze (e8) steht. Sie kommenihm von Natur zu, so lauge er noch nicht gezogen hat. Ist er aber gezogenworden, so kann er ferner nur ins nächste Feld gehen. . . Von der Drei-zahl fängt jeder Schachstein zu ziehen an. . . Von der Zahl Drei musste also der König bei seinem ersten Zuge beginnen. . . Wenn der Königzu ziehen angefangen, kann er die Königinn mit sich führen . . . denn dieKöniginn folgt dem Könige, nach Art des Alten, nach zwei schräg gelegenenFeldern (f6 und b6), sowie, mit dem Zuge des Roch, nach dem Felde desRichters (f8) und dem schwarzen Felde (d6) vor dem Arzte .. . Nothwendigist es aber nicht, dass wenn sie zieht, auch der König immer ziehe. (Derdeutsche Cessoles ist daher 1536 die Quelle für Egenolphs Vermehrung vonKöbels Spielregeln, weiter unten S. 312 Zeile 24). Cap. III.Die Königinngeht von ihrem Platze, neben dem Könige (sociata regi), bei ihrem erstenZuge in doppelter Weise, nach Art der Alten, und zwar rechts, wennsie schwarz ist, auf das schwarze freie Feld (f6) vor dem Weber oder Notar,links aber auf das schwarze leere Feld (b6) vor den Stadthütern. Den Gangdes Roch hat sie nach drei Seiten: erstens nach dem schwarzen Felde (f8),wo rechts der Alte steht, zweitens links, wo der Ritter (b8) steht und drittensgeradeaus auf das schwarze leere Feld (d6) vor dem Arzte. . . Die Natur derRitter, da sie Krieger sind und Waffen tragen, hat die Königinn im Gangenicht. . . Nachdem sie aber von ihrem schwarzen Felde (d8), auf welchemsie stand, gezogen ist, kann sie nur von einem Felde ins nächste schrägsowol vorwärts als rückwärts gehen.

Da die durch den Sprung zu erreichenden dritten Felder immer leersein müssen, können König und Königinn mittelst dieses einmaligen Zugesnicht schlagen, folglich auch kein Schach bieten. Woher hat Cessolesnun aber seinen inconsequeüteu, gegen die ausdrücklich hervorgehobene voll-kommene Dreizahl verstossenden Sprung des Königs 1) nach b8, d. h. in einviertes Feld und 2) in Gemeinschaft mit der Königinn? Die Antwortgiebt die S. 286 folgende Lombardische Spielregel. Beide Missbräuchebefestigten sich, denn Damniauo klagt 1512(s. weiter untenpp.311Z. 6,338mitRecht:In Italieu ist es üblich, mit dem Könige, wenn nichts im Wegesteht, am ganzen Brett [also auch in ein fünftes Feld (al) !] entlang zu springenund noch dazu einen Peon zu ziehen und den König auf dessen Feld zusetzen [was ich 1870 noch im Haag iuHolland bei derRochademitdeinEckbauererlebt habe!]. Diese Freiheit steht dem Könige zu, so lange er noch kein Schachgehabt hat [was wieder eine kindische Beschränkung ist!], jedoch scheint mirdieser Brauch nicht gut, da nach alter Sitte der König im ersten Zuge nichtanders als ins dritte Feld springt. So ist es üblich in Spanien und Por-tugal , von wo die grossen Spieler ausgegangen sind. Die sich bei Cessolesoffenbarende und auch sonst im Mittelalter öfter vorkommende Bevorzugungder scliwarzenSteine (Lucena sagt noch:Es gewährt einen Vortheil, im-mer mit denselben Steinen, namentlich den Schwarzen zu spielen; PoleriosHauptwerk fängt immer mit den Schwarzen an) hat bei den Arabern vielleichteinen semitischen (sie schreiben von der rechten nach der linken Seite hin,und so mag ihnen auch der Königsflügel zur Linken mehr angesprocheuhaben), bei den Europäern aber einen optischen Grund (die deutlichere Unter-scheidung auf dem ursprünglich nicht colorirten Spielbrett). Sobald das sehr na-türliche Hülfsmittel der verschieden co 1 orirten Felder (wie schon Alonso