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Erster Band.
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Lombardisches Schach .

1283) angewendet wurde, war dies besonders eine Stütze für die Führungder sieh nie begegnenden (schlagenden) Wesiere (Nam Regina non valebitimpedire alteram, eine Königinn kann die andere nicht hindern). Der Fersbehielt nun, wie im neuen Schach noch die Läufer, immer seine Farbe(Rex alter in albo, servat Regina colorem, ein König auf Weiss, die Königinnbehauptet ihre Farbe), zweitens standen sämmtliche Officiere sich gegen-über und so entstand gauz von selbst die Thatsache, dass die Spieler ge-wöhnlich ein weisses Eckfeld zur Rechten hatten. Eben weil derBrauch für das Wesen des Spiels gleichgültig ist, kann und soll man ihnirn Interesse der .Schachtheorie halten. Uebrigens wurde die Stellung derKöniginn (oder des Ministers) zur Seite des Königs durch die Spielereien derScliachsymbolik auch zur Etiquettenfrage. Der Theologe Cessoles versuchteine biblische Begründung:ZurLinken wird die Königinn wegen der ehelichen Lieb-kosungen gesestzt-. Davon sagt das Hohelied (II, 6 und VIII, 3): SeineLinke liegt unter meinem Haupte und seine Rechte herzet mich. Wirhaben oben S. 169 gesehen, dass ein jüdischer Schriftsteller sich lieber aufeinen andern (heiligem) Text (Psalm XLV, 10, wo die Braut zur Rechtendes Königs steht) beruft und damit gleichzeitig frischweg die herrschendeSpielregel verletzt ! Im Orient führten derartige Grübeleien zur Verstümmelungder urspriinglischeu Aufstellung und steht der Fers an einigen Orten aufbeiden Seiten des Brettes zur Linken des Herrschers.

Nicolas de Nicolai.

Im Jahre 1854 berichtete die Schachzeitung (S. 326, nach einem Ar-tikel in der von Stauntou redigirten Schachspalte der Illustrated LondonNews: Remarkable discovery of valuable MSS on Chess. vgl. Chess PlayersChronicle 1854 S. 220) Folgendes:Unter dem Staube alter, in den Cata-logen noch nicht verzeichneten Schriften, hat Signor Fantacci kürzlich in denbeiden bedeutendsten Bibliotheken zu Florenz verschiedene über das Schach-spiel handelnde Manuscripte aus dem Mittelalter entdeckt. Abschriften vonden folgenden Werken sind jetzt theils angefangen, theils schon beendet. DieErgebnisse des ganzen Fundes werden, wie Illustrated London News berichten,Herrn Staunton zur Verfügung gestellt und durch ihn der Schachwelt mit-getheilt.

1) Eine schöne lateinische Pergamenthandschrift mit dem augenscheinlichangenommenen Namen Bonus Socius [das wäre Boncompagni!]. Die-selbe gehört dem Schluss des 13. oder dem Anfang des 14. Jahrhundertsau und ist also eines der ältesten Europäischen Werke über unserSpiel. Sie enthält Endspiele, welche auf schön ausgeführten Diagrammendargestellt sind.

2) Eine lateinische Pergament Handschrift des 14. Jahrh. mit Endspielen.

3) Eine lateinische Papierhandschrift des 15. Jahrh. mit Endspielen.

4) Eine italienische Papierhandschrift des.Jhts. mit schönen Endspielen.

Die Liberalitätrare as the Mauuscripts themselves hat aber der Sache

nicht genutzt, und wir wollen daher endlich den wichtigen Fund des toska-nischen Ministers der Schach weit erschliessen, obzwar die Reorganisation derBibliotheken in Florenz mich augenblicklich verhindert, auf die äussere Er-scheinung der betreffenden Manuscripte näher einzugehen. Ueber 1) schreibtSignor Fantacci dd. Roma li 13. Dicembre 1872:I piu pregevoli sono, a