Andacht," spaßte der Lombarde, „und trübt kein Wässer-chen, während sie zugleich in ihrer grünen Kraft berg-auf bergab reitet und hängen und köpfen läßt." Erblickte bedenklich zu dem prächtig gebildeten leuchter-förmigen Ast eines Ahorns empor. „Hier würde ichungerno prangen," sagte er. „In Kürze: ich binRachis der Goldschmied und habe ein Geschäftchen mitdir. Liebst du deinen Bruder, junge Herrin?"
Diese plötzliche Frage setzte das Mädchen kaum inErstaunen, das sich heute und gestern mit nichts an-derem als nur mit diesem selben Gegenstände beschäf-tigt hatte. „Wie mein Leben," sagte sie.
„Das ist schön von dir, aber wenig fehlt, so liebstdu einen Todten. Wulfrin der Höfling ist in unsereGewalt gerathen."
„Er lebt?" schrie das Mädchen angstvoll.
„Zur Noth. Herzog Witigis zielt auf sein Herz— aber wird uns die Richterin nicht überraschen?"
„Nein, nein, sie ist nach Cur verritten. Rede!schnell!"
„Nun, ich habe ein seines Ohr und weiß auch einLoch in der Mauer, denn ich bin hier nicht unbekannterals der Marder im Hühnerhof. Also: dein Bruder